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Hinweise zu den Versicherungsbedingungen für Hundeführer

Die Anmeldung der im Besitz befindlichen bzw. neu angeschafften Jagdhunde direkt beim LJV ist für unsere Jagdhundeführer mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden. Trotzdem sei hier nochmals auf diese Notwendigkeit verwiesen. Als Bestätigung für eine erfolgte Anmeldung erhält der Hundebesitzer von der LJV-Geschäftsstelle die gelbe Prüfungsnachweiskarte zugeschickt.

Hundehalterhaftpflichtversicherung

Für jedes über den LJV versicherte Verbandsmitglied sind entsprechend den Versicherungsbedingungen der Jagdhaftpflichtversicherung automatisch jetz drei Jagdhunde mitversichert. Befinden sich mehr als drei Jagdhunde im Besitz des versicherten Jägers, gelten die beiden am längsten im Besitz befindlichen Jagdhunde als mitversichert. Diese Mitversicherung erstreckt sich auf die ganz wichtige Hundehalterhaftpflicht. Das heißt, es sind für die jeweils mitversicherten Jagdhunde alle Schäden versichert, die ein Hund gegenüber Dritten anrichtet. Das gilt sowohl für Schäden, die der Hund im Jagdbetrieb anrichtet, als auch für Schäden, die der Hund im sonstigen privaten Umfeld verursacht. Beispiel für Schäden im Jagdbetrieb: der Hund gerät beim stöbern auf eine Straße und verursacht einen Verkehrsunfall mit Schäden an einem Pkw. Schäden im privaten Bereich: Der Hund zerkaut die Schuhe eines Freundes der bei Ihnen zu besuch ist. Grundsätzlich gilt für die Hundehalterhaftpflichtversicherung, dass der Hund bis zur Vollendung des 36. Lebensmonats als in der Ausbildung befindlich ohne weitere Bedingungen und ohne Nachweis von Brauchbarkeitsprüfungen mitversichert ist. Nach Vollendung des 36. Lebensmonats muss der Hundebesitzer für seinen Hund einen Brauchbarkeitsnachweis erbringen. Das heißt, der Hund muss eine rassespezifische Leistungsprüfung oder eine Brauchbarkeitsprüfung nach den Ordnungen der Länder abgelegt haben, mit der ihm für eine oder mehre jagdliche Fachgruppen definitiv eine Brauchbarkeit bescheinigt wird.Ganz ausdrücklich sei darauf verwiesen, dass Jugend- bzw. Anlagenprüfungen nicht zu einer Brauchbarkeit führen, ebenso nicht so genannte Naturleistungszeichen. So ist z. B. ein Spurlaut- oder Sichtlautnachweis keine Prüfung, sondern der Nachweis einer vererbten bzw. vorhandenen Anlage. Gleiches gilt auch für Wasserfreude, Spurwille oder Nasenleistung. Naturleistungszeichen für sich allein, also ohne vorangegangene Leistungs- oder Brauchbarkeitsprüfung in der jeweiligen Fachgruppe zählen ebenfalls nicht als Brauchbarkeitsnachweis. Nach den rassespezifischen Prüfungsordnungen, z. B. des Deutschen Teckelklubs, dürfen in der jagdlichen Praxis nachgewiesene Leistungen dem jeweiligen Hund nur zuerkannt werden, wenn er vorher regulär in der jeweiligen Fachgruppe erfolgreich geprüft worden ist. Das heißt konkret, dass ein Hund das Naturleistungszeichen Schweiß-Natur nur bescheinigt bekommt, wenn er zuvor eine Schweißprüfung abgelegt hat. Gleiches gilt auch für das Naturleistungszeichen Bau. Hier muss zuvor eine Bauprüfung absolviert worden sein.
Es würde eine völlige Ungleichbehandlung gegenüber regulär leistungsgeprüften Hunden vorliegen, wenn diese so genannten Naturleistungszeichen für sich allein zur Erlangung einer Brauchbarkeit führen würden. Regelmäßig ist bei der Abnahme bzw. Bestätigung dieser Naturleistungszeichen nichts weiter nachzuweisen. Die komplette Fachgruppe Gehorsam gehört nicht dazu. Und gerade sie ist es, die den gut ausgebildeten Jagdhund ausmacht. Auf Verdacht einen zuvor nicht geprüften Hund eine natürliche Wundfährte arbeiten zu lassen oder ihn in einen Fuchsbau einschliefen zu lassen oder ihn stöbern zu lassen und bei entsprechendem Erfolg hinterher diesen Hund als leistungsgeprüft zu deklarieren, geht also nicht. Das wird auch im Versicherungsfall nicht als Leistungs- bzw. Brauchbarkeitsnachweis anerkannt. Das soll hier nochmals mit aller Deutlichkeit hervorgehoben werden.

Tierleben- und Tierarztkostenversicherung

Analog werden diese Kriterien auch bei der Bearbeitung von Schäden zur Anwendung gebracht, die der Hund selbst erleidet. Soll Ersatz für einen tödlich verunglückten Jagdhund geleistet werden bzw. sollen Tierarztkosten erstattet werden, müssen die betroffenen Jagdhunde ebenso die konkreten Versicherungsbedingungen erfüllen. Voraussetzung für die Regulierung dieser Schäden ist zusätzlich das Vorhandensein von JGHV-Ahnentafeln.

Im Unterschied zur Hundehalterhaftpflichtversicherung ist die der Versicherungsschutz der Tierleben- und Tierarztkostenversicherung zeitlich begrenzt. Versichert sind Jagdhunde bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres.