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Versicherungsschutz für Hundeführer und Verbandsrichter

Wer einen Jagdhund jagdlich führen will, muß im Besitz eines Jagdscheines sein. Um einen Jagdschein zu erlangen bzw. zu verlängern, muß der Nachweis eines gültigen Jagdhaftpflichtversicherungsvertrages erbracht werden. Die Jagdhaftpflichtversicherungen enthalten in der Regel eine Hunderhalterhaftpflichtversicherung für zwei oder drei Jagdhunde. Die LJV-Jagdhaftpflichtgruppenversicherung bei der Generali Versicherung enthält eine Hundehalterhaftpflichtversicherung für zwei Jagdhunde. Die Jagdhaftpflichtversicherung bietet Schutz für den Jäger vor Haftpflichtansprüchen Dritter. D. h. konkret, wenn der Jäger im Rahmen befugter Jagdausübung bzw. Waffennutzung, – Jagdhundeausbildung, -führung und –prüfung gehören dazu, einem Dritten einen Schaden zufügt. Gleiches gilt für die von den mitversicherten Jagdhunden verursachten Schäden, Regelmäßig erstreckt sich die eingeschlossene Hundehalterhaftpflicht auch auf die nicht jagdlichen Bereiche, d. h. auch auf Schäden, die Jagdhunde außerhalb des jagdlichen Einsatzes verursachen.

Beispiele:

– Der Hundeführer verletzt bei der Jagdhundeausbildung oder –prüfung bei der Feststellung der Schussfestigkeit eine andere Person durch einen Schrotschuß. Die Jagdhaftpflichtversicherung kommt für den Schaden auf.
– Ein Jagdhund verletzt bei der Prüfung durch Biß eine Person oder kollidiert freilaufend auf der Hasenspur mit einem Auto und es entsteht ein Schaden am Auto. Die Jagdhaftpflichtversicherung kommt für den Schaden auf.
– Ein Jagdhund tötet auf dem Nachbargrundstück Hühner oder Kaninchen oder er beißt den Briefträger. Die Jagdhaftpflichtversicherung reguliert den Schaden.

Damit ist durch die Jagdhaftpflichtversicherung der sehr wichtige Bereich des Schutzes vor Ansprüchen Dritter abgesichert. Für über die Jagdhaftpflicht-Gruppenversicherung des LJV Sachsen-Anhalt versicherten Verbandsmitglieder gilt eine Erweiterung des Schutzes speziell für Jagdhunde.

Kommt ein Jagdhund während des jagdlichen Einsatzes, der Ausbildung oder Prüfung zu Schaden, wird er getötet oder verletzt zahlt die Versicherung entweder die laut Vertrag festgelegte Todesfallsumme oder übernimmt Tierarztkosten. Die Höhe der Entschädigung richtet sich nach den Vorgaben des Versicherungsvertrages (Versicherungsbedingungen unter www.ljv-sachsen-anhalt.de).

Häufige Todes- oder Verletzungsursachen sind Unfälle im Straßenverkehr oder Attacken durch wehrhaftes Schwarzwild. Voraussetzung für die Regelung dieser Schäden ist, dass der Jagdhund ordnungsgemäß beim LJV angemeldet und in der Jagdhundedatei erfasst ist. Die gelbe Prüfungsnachweiskarte – ausgestellt von der LJV-Geschäftsstelle – ist die Bestätigung dafür.
Der weitere wichtige Versicherungsbereich ist die Unfallversicherung. Sie ist nicht Bestandteil der normalen Jagdhaftpflichtversicherung. Hier muß der Jäger, soweit er nicht als Revierinhaber über die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft zwangsweise unfallversichert ist und ausschließlich in seinem gepachteten Revier (oder in der eigenen Eigenjagd) tätig wird, private Vorsorge treffen. Das geht in der Regel nur über eine freiwillige private Unfallversicherung, deren Deckungssummen im Versicherungsvertrag individuell vereinbart werden können. Diese Unfallversicherung zahlt im konkreten Fall nur für unfallbedingte dauernde Körperschäden. Kommt es unfallbedingt zur Vollinvalidität, werden 100 % der vereinbarten Deckungssumme gezahlt. Für geringere bleibende Körperschäden werden anteilig von der Deckungssumme je nach Grad der Schädigung (z. B. Verlust von Gliedmaßen, Schädigung des Augenlichtes, des Gehöres oder der Beweglichkeit) geringere Beträge gezahlt. Die normale private Unfallversicherung zahlt keine Heil- und Behandlungskosten in unfallbedingten Krankheitsfällen.

Eine Ausnahme bildet hier die Unfallversicherung für die Revierinhaber über die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft. Diese bezahlt neben Entschädigungen für bleibende Körperschäden auch Heil- und Behandlungskosten und evtl. auch Unfallrenten. Unbedingte Voraussetzung dafür ist aber, dass der Unfall im versicherten eigenen Revier passiert sein muß. Dieses Revier ist versicherungsrechtlich das versicherte „landwirtschaftliche Unternehmen“. Insofern unterliegen auch Unfälle bei der Jagdhundeausbildung und –führung im eigenen Revier diesem Versicherungsschutz. Dieser Versicherungsschutz erstreckt sich aber keinesfalls auf Teilnehmer einer Jagdhundeprüfung für die der Revierinhaber sein Revier zur Verfügung gestellt hat. Versichert sind nur der Revierinhaber und ein sehr begrenzter Kreis beauftragter Jagdhelfer, die im Auft rag des Revierinhabers konkrete Leistungen erbringen. Hundeführer zählen regelmäßig leider nicht dazu.

Speziell für über den LJV Sachsen-Anhalt versicherte Jäger gilt, dass zum Versicherungspaket des LJV eine spezielle Jagdunfallversicherung gehört. Sie kommt für Unfälle während jeder berechtigten jagdlichen Tätigkeit auf. Die Deckungssumme beträgt für den Fall der Vollinvalidität 15.000 Euro und für den Todesfall 10.000 Euro. Zu den obengenannten berechtigten jagdlichen Tätigkeiten gehört wiederum auch die Jagdhundeausbildung, -führung und –prüfung. Alle über den LJV Sachsen-Anhalt versicherten Jagdhundeführer und JGHV-Richter können auch für Unfälle die bei Jagdhundeprüfungen passieren, diesen Unfallversicherungsschutz in Anspruch nehmen. Gezahlt wird aber nur für unfallbedingte bleibende Körperschäden, nicht für Heil- und Behandlungskosten.

Keiner der Jagdhaftpflichtversicherungsverträge (egal ob individuelle oder Gruppenversicherung mit Unfallversicherungsschutz) bietet einen Krankenversicherungsschutz. Passiert einem Hundeführer während der Jagdhundeausbildung, -führung oder –prüfung ein Unfall mit Körperschaden kommt für die Heil- und Behandlungskosten seine persönliche Krankenversicherung auf. Welche Krankenversicherung das ist spielt keine Rolle, ob AOK, Barmer, IKK oder private Krankenversicherung. Sie zahlen für Arzt- oder Krankenhauskosten bis zur Wiederherstellung der Gesundheit. Die Leistungen richten sich dabei nach dem Inhalt des Krankenversicherungsvertrages.

Die Inanspruchnahme von Versicherungsleistungen ist völlig unabhängig davon aus welchem Bundesland der Hundeführer oder (bei Jagdhundeprüfungen) der JGHV-Richter kommt. Jagdhaftpflichtversicherungen gelten in der Regel weltweit, Unfallversicherungen zumindest bundesweit. Bei Krankenversicherungen sind spezielle Auslandsleistungen zu beachten.

Damit dürfte klar sein, dass z. B. ein Jagdhunde-Rasseverein für seine Vereinstätigkeit, vor allem für von ihm ausgerichteten Jagdhundeprüfungen oder Übungstage keine spezifischen Versicherungsverträge abzuschließen braucht. Wohl aber wäre er verpflichtet, vor jeder Jagdhundeprüfung festzustellen, ob die teilnehmenden Hundeführer Inhaber eines gültigen Jagdscheines und damit einer Hundehalterhaftpflichtversicherung sind.

Der bei Jagdhundeprüfungen wie auch im allgemeinen Jagdbetrieb unverzichtbare Einsatz von Kraftfahrzeugen und die daraus resultierenden Schäden gegenüber Dritten deckt die Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung ab, die ähnlich der Jagdhaftpflichtversicherung, für die Kfz-Zulassung Voraussetzung ist. Rammt also ein Hundeführer oder ein JGHV-Richter während der Hundeausbildung oder –prüfung mit seinem Kfz ein anderes Fahrzeug, haftet für den entstandenen Schaden seine Kfz-Haftpflichtversicherung.

Für die von den Kommunen in Sachsen-Anhalt auf der Grundlage des „Kampfhundegesetzes“ für jeden dort anzumeldenden Hund geforderten Hundehalter-Haftpflichtversicherung dürfte speziell für Jagdscheininhaber der Nachweis der abgeschlossenen Jagdhaftpflichtversicherung ausreichen, da diese Jagdhaftpflichtversicherungen in der Regel eine Hundehalterhaftpflicht enthalten.

Zu beachten wäre lediglich, dass die Deckungssummen den Anforderungen des „Kampfhundegesetzes“ entsprechen müssen. Mit einer pauschalen Deckungssumme für Personen-, Sach- und Vermögensschäden in Höhe von 3 Mio Euro wird der Gruppenversicherungsvertrag des LJV Sachsen-Anhalt diesen Anforderungen vollauf gerecht. Die konkreten Versicherungsbedingungen können von der LJV-Internetseite www.ljv-sachsen-anhalt.de heruntergeladen werden und dürften unter gleichzeitiger Vorlage der LJV-Mitglieds- und Versicherungskarte gegenüber der Kommune als Versicherungsnachweis für den anzumeldenden Hund ausreichen. Geschäftsstelle