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Niederwildtag in Wellen Börde

Schnappschuss beim Reviergang im Niederwildreferenzrevier Wellen in der Börde

Im September 2012 fiel der Startschuss für das LJV Projekt „Netzwerk Niederwild“. Einen aktuellen Zwischenstand gab der Landesjagdverband Sachsen-Anhalt auf dem Niederwildtag in Wellen. Rund 60 interessierte Jäger und Fachleute versammelten sich am 19. September im Bürgerhaus Wellen, um einen Einblick in das Niederwildreferenzrevier und in das Projekt Netzwerk Niederwild zu bekommen. Darunter regionale Revierinhaber, Landwirte, Vertreter der Jagdgenossenschaften, Behörden und der Gemeinde. Welchen Stellenwert die Niederwildhege für den Landesverband hat, machte Präsident Dr. Jordan in seiner Eröffnungsrede deutlich. „Bei 25% Waldanteil im Land liegt ein besonderes Augenmerk auf dem Niederwild.“ Projekte, die zur Biotopverbesserung beitragen, werden vom LJV Sachsen-Anhalt seit nun mehr 10 Jahren gefördert, die Neuanlage und Rekonstruktion von Hecken und Gehölzen seit beinahe 20 Jahren. Tatsächlich hat die Aufwertung von Brachflächen durch niederwildfreundliche Aussaaten bei vielen Mitgliedern einen festen Platz im Kalender. Präsident Dr. Jordan unterstrich: „Nur durch Konstanz und Beharrlichkeit können wir in diesem Bereich etwas verändern.“ Revierinhaber Kurt Ulrich zeigte in einer Exkursion durch das Referenzrevier Wellen, welche Hegemaßnahmen machbar sind, wenn Jäger, Landwirte und Jagdgenossenschaften gemeinsam an einem Strang ziehen. Zahlreiche Neupflanzungen von Hecken und Biotopen, die Ausbringung von niederwildfreundlichem Saatgut als Streifensaat zwischen Feldblöcken und eine konsequente Raubwildbejagung, belegen die gute Zusammenarbeit. Auch Grit Greiser vom Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) schätzt die Arbeit im Revier Wellen als beispielhaft ein. So ergab die Frühjahrszählung 2013 für das Revier Wellen ca. 20 Hasen auf 100 Hektar. In einer Vortragsreihe nahmen verschiedene Referenten das Thema Niederwild aus unterschiedlichen Blickwinkeln unter die Lupe. Andreas Meißner aus der Jägerschaft Hohenmölsen gab Tipps zur Bejagung des Waschbären. Karl-Heinz Ecke referierte über Neupflanzungen von Hecken und Remisen. Geschäftsführer Wilko Florstedt informierte über die Neugestaltung von Agrarumweltmaßnahmen in Sachsen-Anhalt ab 2015. Das Land plane das Blühstreifenprogramm um eine 1-jährige Variante zu erweitern. Angedacht ist auch ein Schonstreifenprogramm, das die Nichtnutzung von Ackerland in Streifen oder Flächenform mit 600 Euro je 100 Hektar ermöglicht. Joachim Klette, Vertreter des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt, schätzte ein, dass die Bemühungen der Verbände, mehr Flexibilität in die Agrarumweltmaßnahmen zu bringen, der richtige Weg sei, um die Umsetzung von Blüh- und Schonstreifen zu beschleunigen. Einig war man sich in dem Punkt, dass alle Fördermaßnahmen nur so gut sind, wie sie von den Akteuren vor Ort umgesetzt werden. Der kommende Niederwildtag wird 2014 in Schenkenhorst stattfinden.