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Jagdausübungsberechtigte mit Wohnsitz außerhalb Sachsen-Anhalts

Jäger

Die Erfüllung der im öffentlichen Interesse erforderlichen jagdrechtlichen Verpflichtungen bleiben unter den geltenden besonderen Regelungen weiter möglich.

Aufgrund der Einschätzung des zuständigen Fachressorts ist das Ausüben der Jagd auch für Jäger*innen mit ständigem Wohnsitz außerhalb Sachsen-Anhalts und einer zum Zwecke der Jagdausübung notwendigen Einreise in das Gebiet des Landes Sachsen-Anhalt unter Beachtung und Einhaltung der allgemeinen Vorschriften der Dritten SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung und vorbehaltlich weiterer Einschränkungen als zulässig anzusehen.

Konkret erlaubt sind sämtliche Formen der Einzeljagd (Pirsch, Ansitz, Fangjagd), die Jagdhundeausbildung und notwendige Revierarbeiten, Gefahrenabwehr (z.B. bei Tierseuchen, Wildschäden, Wildunfällen, Jagdschutz), sofern die Kontaktbeschränkungen gemäß § 18 Abs. 2 der Dritten SARS-CoV-2 Eindämmungsverordnung beachtet werden. Untersagt sind Gesellschaftsjagden (mehr als vier Jäger*innen im räumlichen und zeitlichen Zusammenhang) sowie sonstige Zusammenkünfte von Jäger*innen.

Die Jagdausübung ist die Wahrnehmung eines dinglichen Nutzungsrechts (Jagdausübungsrecht) am Grundstück (Jagdbezirk) und eine notwendige Tätigkeit (vgl. insbesondere Hegeverpflichtung nach § 1 Abs. 2 Bundesjagdgesetz). Damit verbunden ist auch die Anreise ins Revier über die Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt zulässig. Über den amtlichen Jagdschein, der bei der Jagdausübung mitzuführen ist, müssen sich Jäger*innen jederzeit ausweisen können. Pachtvertrag und Begehungsschein dokumentieren zusätzlich, in welchem räumlichen Bereich (Jagdbezirk) gejagt werden darf.

Die Erfüllung der im öffentlichen Interesse erforderlichen jagdrechtlichen Verpflichtungen bleiben unter den geltenden besonderen Regelungen weiter möglich.

Jagdausübung erfolgt nicht einzig aus privaten Motiven und zu Freizeitzwecken, sondern sie erfüllt zu einem erheblichen Teil gesellschaftlich relevante Aufgaben. Eigene jagdliche Interessen der Jagdausübungsberechtigten sind stets mit den sonstigen öffentlichen Belangen, insbesondere mit den Belangen der Landeskultur, des Naturschutzes, der Landschaftspflege und des Schutzes vor Tierseuchen, abzugleichen.  Die Erfüllung der im öffentlichen Interesse erforderlichen jagdrechtlichen Verpflichtungen muss auch unter den geltenden besonderen Regelungen weiter möglich bleiben.

Wenn es nach den persönlichen Verhältnissen des Revierinhabers geboten erscheint, kann ihm die Jagdbehörde durch Verfügung aufgeben, ihr eine am Ort erreichbare Person zu benennen, die Inhaber eines Jagdscheins und in der Lage sein muss, unaufschiebbare Maßnahmen des Jagdschutzes, insbesondere hinsichtlich kranken, verletzten und verendeten Wildes, in Abwesenheit des Revierinhabers durchzuführen (§ 32 Abs. 3 Satz 1 Landesjagdgesetz für Sachsen-Anhalt).

Zur Durchführung dieser Maßnahmen und zur Gefahrenabwehr nach dem Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung des Landes Sachsen-Anhalt kann die Jagdbehörde Namen, Anschriften, Telefonnummern und E-Mail-Adressen des Revierinhabers und der benannten Person den Sicherheitsbehörden und der Polizei übermitteln (§ 32 Abs. 3 Landesjagdgesetz für Sachsen-Anhalt).

Abschließend wird noch darauf hingewiesen, dass bei Jäger*innen als Inhaber von jagd- und waffenrechtlichen Erlaubnissen besondere Anforderungen an die persönliche Zuverlässigkeit bestehen. Den Vorschriften der Dritten SARS-CoV-2 Eindämmungsverordnung auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes dürften Jagdausübungsberechtigte im Hinblick auf die damit verbundenen ordnungswidrigen bzw. strafrechtlichen Handlungen besondere Beachtung zukommen lassen. Das Begehen einer Straftat führt regelmäßig zur Unzuverlässigkeit und damit zur Entziehung des Jagdscheins.