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Hinweise zur Mahd

Kapuhs/ DJV

Wildtierschutz beginnt vor der Mahd!

Zusammenarbeit von Landwirten, Jägern und Helfern notwendig!

Der erste Schnitt des Grünlandes Anfang Mai fällt genau in die Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit von Rehkitzen, Junghasen und zahlreichen Wiesenbrütern.

Gegen Großflächenmähwerke mit Geschwindigkeiten von bis zu 15 Km/h und Arbeitsbreiten von bis zu 11m haben Jungtiere und Gelege keine Chance. Die Überlebensstrategie vieler Wildtiere gegen Fressfeinde, das bewegungslose Ausharren, hat bei der Mahd verheerende Auswirkungen.

Effektiver Wildtierschutz beginnt bereits vor der Mahd! Entscheidend für die landwirtschaftlichen Betriebe ist dabei, die anstehenden Grünschnitt-Termine – für Silage als Futtermittel oder zur Biomasseproduktion – rechtzeitig mit dem Jagdpächter abzustimmen und die Mähweise dem Tierverhalten anzupassen. Das Grünland sollte grundsätzlich von innen nach außen gemäht werden, dies ermöglicht Rehen, Feldhasen oder Fasanen während der Mahd die Möglichkeit zur Flucht. Bei der Ernte der Ganzpflanzensilage verspricht die Begrenzung der Schnitthöhe auf etwa 15 bis 20 Zentimeter in der kritischen Aufzuchtzeit zusätzlichen Erfolg – gerade bei Rehkitzen, die sich instinktiv ducken, oder auch bei Bodenbrütern.

Altbewährte Methoden und neue Techniken
Vor dem eigentlichen Mähtermin haben sich verschiedene Maßnahmen bewährt, um Tierleben zu schützen. Dazu gehört auch in Corona-Zeiten mit dem gebotenen Sicherheitsabstand zum Mitstreiter etwa das Absuchen der Wiesen mit Jagdhunden. Knistertüten, Flatterbänder oder Kofferradios, die bereits am Vorabend aufgestellt werden, sind ebenfalls effektiv und kostengünstig: Rehe zum Beispiel sind beunruhigt und bringen ihren Nachwuchs in Sicherheit. Elektronische Wildscheuchen, die unterschiedliche Töne wie Menschenstimmen, klassische Musik oder Motorengeräusche aussenden, haben sich genauso im Praxiseinsatz bewährt. Bereits eine Maßnahme pro Hektar zur Vertreibung wirkt, wie Erfahrungen aus der Jägerschaft zeigen.

Abhängig von der Witterung können vor allem Drohnen helfen, Mähopfer zu vermeiden. Nach Ergebnissen des Konjunkturbarometer Agrar sind die Multikopter in mittlerweile fast jedem 10. landwirtschaftlichen Betrieb im Einsatz. In Kombination mit Infrarot-Technik helfen sie, Jungtiere auf großen Flächen zu lokalisieren. Derartige Maßnahmen sind wichtig, um tierschutzrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen.

Ehrenamtliche Helfer
Mittlerweile haben sich zahlreiche Gruppen und Vereine gegründet, die in Zusammenarbeit mit den Jagdpächtern vor Ort alljährlich Landwirten bei der Rehkitzsuche helfen. Die Grünlandbewirtschafter stehen daher nicht alleine vor der Aufgabe, sondern können sich über Jäger und ehrenamtliche Helfer Unterstützung holen. Hierzulande hat sich jüngst der Verein „Wildtierretter Sachsen-Anhalt e.V.“ gegründet, der sich dem Schutz und der Hege der freilebenden Tierwelt verschrieben hat und künftig bei der Rehkitzsuche mitwirken möchte. Der Landesjagdverband unterstützt diese Initiative. „Ein guter Draht zwischen Landwirten, Jägern und Helfern ist der Schlüssel zum Erfolg, um den Mähtod zu stoppen. Für die Wildtiere ist es überlebenswichtig, dass der Bewirtschafter den Termin der Mahd so früh wie irgend möglich bekannt gibt.“ sagt LJV-Vizepräsident Dr. Pieter Ziems.

Eine Übersicht mit Helfern finden sie auf der Seite der Deutschen Wildtierstiftung: https://www.deutschewildtierstiftung.de/naturschutz/reh-stoppt-den-maehtod
Die Broschüre „Praxisratgeber Mähtod“ kann als PDF ebenfalls bei der Dt. Wildtierstiftung heruntergeladen werden.