{"id":1193,"date":"2020-09-22T14:35:57","date_gmt":"2020-09-22T13:35:57","guid":{"rendered":"https:\/\/ljv-sachsen-anhalt.de\/jaegerschaft-quedlinburg\/?page_id=1193"},"modified":"2026-01-24T10:25:53","modified_gmt":"2026-01-24T09:25:53","slug":"fuer-neugierige","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ljv-sachsen-anhalt.de\/jaegerschaft-quedlinburg\/fuer-neugierige\/","title":{"rendered":"F\u00fcr Neugierige"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<h2>Unser Tag der Jagd und Natur<\/h2>\n<p>Es dauert nur wenige T\u00f6ne und Inge Illgen befindet sich in ihrer eigenen Welt. Denn immer wenn sie \u201eHohe Tannen\u201c h\u00f6rt, kommen bei der 85-J\u00e4hrigen die Erinnerungen hoch. An die Zeit mit ihrem verstorbenen Lebensgef\u00e4hrten, der dieses Lied \u00fcber alle Ma\u00dfen liebte. An die geselligen Abende, wo es Standard war, sich diese Melodie zu w\u00fcnschen. Der Thalenserin rinnen die Tr\u00e4nen \u00fcber die Wange. Sie ist ger\u00fchrt und sie sch\u00e4mt sich nicht daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Und als wenn sie es genau w\u00fcssten, legen sich die Jagdhornbl\u00e4ser der J\u00e4gerschaft Quedlinburg noch mehr ins Zeug. Die T\u00f6ne scheinen besonders weich und mit noch mehr Gef\u00fchl geblasen zu sein. W\u00e4hrend die Rentnerin von ihrer Begleiterin einen verst\u00e4ndnisvollen Blick f\u00fcr ihre Gef\u00fchlslage bekommt, \u201ekochen\u201c am Tisch nebenan ebenfalls die Emotionen \u00fcber. Doch hier h\u00e4ngt niemand den alten Zeiten nach. Es wird hoch aktuell und kontrovers diskutiert. Naturfreunde und J\u00e4ger liefern sich bei den Themen \u201eWolf\u201c und \u201eLuchs\u201c einen Schlagabtausch. Argumente und Positionen werden ausgetauscht &#8211; mal etwas heftig, mal auch lauter, aber im respektvollen Umgang miteinander. Es wird sich zugeh\u00f6rt, auch wenn es manchen dr\u00e4ngt, dem Wortf\u00fchrenden sofort Paroli bieten zu wollen. Mit dem Ziel, zu \u00fcberzeugen oder wenigstens Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Position des anderen einzufordern gibt es \u201eStreit\u201c auf Augenh\u00f6he und keine weltfremde Schattenfechterei. Genau diese Mischung von Unterhaltung und Meinungsbildung ist es, die beim Fr\u00fchschoppen der J\u00e4gerschaft Quedlinburg im wieder proppenvollen Thalenser Klubhaus gewollt ist.<\/p>\n<p>\u201eDas kann keine Podiumsdiskussion, kein wissenschaftlicher Vortrag oder k\u00fcnstlich anberaumter Themenabend ersetzen\u201c, ist Jens Schneidwind \u00fcberzeugt. Hier kommen Menschen zusammen, die vor Ort nachbarschaftlich miteinander leben und sich mit den Problemen in der Region auskennen, so der Vorsitzende der J\u00e4gerschaft Quedlinburg. Allein2019 nutzten weit \u00fcber 500 Besucher die Angebote beim Fr\u00fchschoppen.<\/p>\n<p>Schneidewind schw\u00f6rt auf diese Art der \u00d6ffentlichkeitsarbeit, die einerseits durchaus als eine Form der\u00a0 Selbstdarstellung gewollt ist und andererseits auch als Existenzgrundlage des Vereins interpretiert werden darf. \u201eWenn wir als fester Bestandteil des Gemeindelebens angesehen werden, bringt uns das Sicherheit\u201c, erkl\u00e4rt Jens Schneidewind. Sicherheit? \u201eJa! In Form von Glaubw\u00fcrdigkeit und Authentizit\u00e4t.\u201c\u00a0 Auch die Quedlinburger J\u00e4ger sp\u00fcren seit Jahren, dass\u00a0 ihr Image leidet. Tierrechts-Kampagnen oder Agitation und Propaganda von Jagdgegnern hinterlassen im Harz ihre Spuren. Was tun? Die Quedlinburger haben sich vor langer Zeit entschieden, Flagge zu zeigen und offen darzulegen, dass die Jagd ein Naturerlebnis und ein verantwortungsbewusstes Handwerk ist.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Dabei vertrauen sie beim Fr\u00fchschoppen in erster Linie auf ihre Sympathietr\u00e4ger. Vorneweg die Jagdhornbl\u00e4ser von \u201eHercynia\u201c &#8211; die antike Bezeichnung f\u00fcr ein Mittelgebirge wie den Harz &#8211; und \u201eHercynia 2.0\u201c.\u00a0 Die er\u00f6ffnen\u00a0 die Veranstaltung und geben sp\u00e4ter noch ein gut halbst\u00fcndiges Konzert. Gespielt wird, was in der Region bekannt ist und geliebt wird &#8211; von eben jenen \u201eHohen Tannen\u201c \u00fcber den \u201eHarzger\u00f6der J\u00e4germarsch\u201c bis hin zum \u201eK\u00f6hlerliesel\u201c. Solche St\u00fccke, die mitgesungen, mitgesummt und mitgeklatscht werden k\u00f6nnen. Fehlen d\u00fcrfen nat\u00fcrlich auch nicht die Jagdhunde. Auch ihnen wird auf der Klubhausb\u00fchne Zeit und Raum einger\u00e4umt, um sie ausf\u00fchrlich vorzustellen. Aufgepeppt mit ein paar kleinen Pr\u00e4sentationen aus dem Spektrum der Jagdhundeausbildung werden die treuen Helfer der Waidm\u00e4nner, ihre Einsatzgebiete und ihre Vor- und Nachteile erl\u00e4utert. Dieser Part liegt seit Jahren in den bew\u00e4hrten H\u00e4nden von Ulrich Schweinefu\u00df, der sich die Chance nicht nehmen l\u00e4sst, den Nichtj\u00e4gern ein paar Verhaltensweisen beim Auffinden von Jagdhunden mit auf den Heimweg zu geben.<\/p>\n<p>Denjenigen, die sich ein wenig die F\u00fc\u00dfe vertreten wollen, wird ausreichend Abwechslung geboten. So haben Jagdbedarfs-H\u00e4ndler aus der Region ihre St\u00e4nde aufgebaut, stellt Jagdmalerin Ute Bartels ihre Werke aus oder kann einem Holzschnitzer bei seiner Arbeit \u00fcber die Schulter geschaut werden. Damit nicht genug! Im ganzen Saal gibt es etwas zu entdecken. Tierfotografin Christiane Schneider zeigt ihre besten \u201eSchnappsch\u00fcsse\u201c, es gibt Hirschhornschnitzarbeiten sowie die Kunst eines Tierpr\u00e4parators zu begutachten. Die Besucher finden auch allerlei Informationen zum Thema Jagd. So liegen auf den Tischen Prospekte und Info-Brosch\u00fcren aus, wird auf die Kampagne \u201eWild auf Wild\u201c hingewiesen und sind Tier-\u201eSteckbriefe\u201c des Landesjagdverbandes Sachsen-Anhalt im gesamten Areal zu finden. Dazu kommt im B\u00fchnenbereich die Hegeschau der J\u00e4gerschaft. Vor den T\u00fcren des Klubhauses h\u00f6rt die Angebotsvielfalt nicht auf. Beim Sch\u00fcsseltreiben tischt der \u201eWilde Caterer\u201c\u00a0 auf und Gewerbetreibende zeigen ihre neuesten Errungenschaften. Traditionell\u00a0 ist das Lernort-Natur-Mobil des Landesjagdverbandes\u00a0 ein Magnet f\u00fcr die j\u00fcngsten Besucher, die auch bei den \u201eechten\u201c\u00a0 Greifv\u00f6geln und Eulen mehr als nur ein paar Sekunden ausharren.\u00a0 Schon seit Jahren stehen die Falkner der J\u00e4gerschaften Sta\u00dffurt und Bernburg den Harzern verl\u00e4sslich zur Seite.<\/p>\n<p>Angefangen hat das Fr\u00fchschoppen-Szenario vor 15 Jahren in Thales Nachbarkommune Bad Suderode. Damals aus ganz praktischen Gr\u00fcnden. Einen Tag f\u00fcr den Aufbau der Hegeschau, tags darauf am Vormittag die Jahreshauptversammlung und am Abend der J\u00e4gerball. Wenn schon einmal alles aufgebaut und hergerichtet wurde, sollte auch der Sonntag genutzt werden. Zun\u00e4chst mit Auftritt der Bl\u00e4sergruppe und der Falkner- und Hundeschau. Mit den Jahren wuchs das Paket kontinuierlich. Nach dem Konkurs des Suder\u00f6der Kurzentrums erfolgte der Umzug nach Thale, wo der Fr\u00fchschoppen einen weiteren Aufschwung bekam. \u201eDie Akzeptanz ist mittlerweile enorm\u201c, freut sich Jens Schneidewind. Auch der organisatorische Aufwand sei v\u00f6llig unproblematisch. \u201eDu musst die Leute ansprechen und sie f\u00fcr die Sache begeistern. Wer einmal das Ambiente erlebt hat, kommt immer wieder\u201c,\u00a0 bringt es Schneidewind\u00a0 auf den Punkt. Sein Credo: \u201eWenn es nicht funktionieren w\u00fcrde, k\u00e4men die Leute nicht wieder.\u201c<\/p>\n<p>Am Ende der Fahnenstange sehen sich die Quedlinburger noch nicht angekommen. \u201eDa ist noch viel Luft nach oben\u201c, so Schneidewind. So kann man sich vorstellen, den Fr\u00fchschoppen\u00a0 von den derzeitigen drei Stunden auf das Doppelte der Zeit auszudehnen. Sorgen, dass\u00a0 die Qualit\u00e4t darunter leiden k\u00f6nnte, gibt es keine.\u00a0 Einerseits, da\u00a0 dieses Angebot in der Region einmalig ist und\u00a0 andererseits die M\u00f6glichkeiten noch lange nicht ausgesch\u00f6pft sind. So kann man es sich vorstellen, die benachbarten J\u00e4gerschaften mit ins Boot zu holen. \u201eUnd gute Bl\u00e4sergruppen gibt es im Land sehr viele, die sicherlich Spa\u00df daran h\u00e4tten, in Thale aktiv zu werden\u201c, meint der J\u00e4gerschaftsvorsitzende. (2019)[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_gallery interval=&#8220;3&#8243; images=&#8220;1244,1243,1242,1241,1240,1239,1238,1237,1236,1235,1234,1233,1232,1231,1230&#8243; img_size=&#8220;full&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<h2>Unsere Hirschbrunftwanderung<\/h2>\n<p>\u201eDenken Sie daran! Sie sind nie alleine und werden immer beobachtet.\u201c Revierf\u00f6rster Jens Schneidewind wei\u00df genau, wie er Spannung aufbauen muss, um die regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber 100 Teilnehmer bei den Hirschbrunftwanderungen in Friedrichsbrunn auf den Ausflug durch die n\u00e4chtlichen W\u00e4lder einzustimmen. Und so hatte jedes Knacken im Unterholz, jeder Ruf der Waldk\u00e4uze oder die Ger\u00e4usche in den Baumkronen, die der Wind erzeugte, etwas Geheimnisvolles. Immer den Vordermann im Auge behaltend, kommen die Wanderer den Pl\u00e4tzen n\u00e4her, wo die gr\u00f6\u00dften Chancen bestehen, dem R\u00f6hren der Herren der W\u00e4lder besonders gut lauschen zu k\u00f6nnen. In sehr kalten N\u00e4chten, \u201eorgeln\u201c die Hirsche am lautesten ihre Liebesbotschaften durch die Nacht. Die Sehnsucht nach den Hirschdamen widerhallt in den Bergen und einige Kontrahenten lassen sich auch nicht lange bitten und melden lautstark ihre Paarungs-Anspr\u00fcche an. W\u00e4hrend sich die anderen Gesch\u00f6pfe des Waldes auf den Winter vorbereiten, indem sie sich ihre Speckschicht anfressen oder viele Fr\u00fcchte horten, ist der Herbst f\u00fcr die Rothirsche die Leidenszeit f\u00fcr die Liebe.<\/p>\n<p>Von Mitte September bis Mitte Oktober \u201emutieren\u201c die ansonsten sehr friedlichen und kaum zu Gesicht kriegenden\u00a0 Geweihtr\u00e4gern zu erbitterten Feinden. Sie nehmen keine Nahrung zu sich, schlafen am Tag nur wenige Minuten und paaren sich fast im Stundentakt mit den Hirschk\u00fchen. Eine Viertel ihres K\u00f6rpergewichtes verlieren die rund vier Zentner schweren Hirsche in dieser Zeit. Gegen Ende Oktober kehrt dann wieder Ruhe in den Harzer W\u00e4ldern ein. Die w\u00e4hrend der Brunft verlorenen Reserven werden aufgef\u00fcllt, um den Winter \u00fcberstehen zu k\u00f6nnen. Mit diesen Informationen werden die Wanderer von Jens Schneidewind vor dem Start in die Nacht versorgt und sorgen auch f\u00fcr Mitleidsbekundungen. \u201eDie Armen\u201c, bedauert eine Wanderin den Umstand, dass die Hirsche, und dabei nicht einmal alle alle, nur einmal im Jahr so richtig Sex haben d\u00fcrfen. Ihrem Liebsten will sie solch eine Enthaltsamkeit nicht zumuten, was dieser mit gro\u00dfem Wohlwollen zur Kenntnis nimmt. Erstaunt registrieren die \u201eHirschbrunftler\u201c auch, dass es viel Selbstdisziplin bedarf, um mal eine viertel Stunde lang absolut still dazustehen und nur in die dunkle Nacht hinein zu lauschen. \u201eSolch eine Stille ist man als Stadtmensch \u00fcberhaupt nicht mehr gewohnt. Man braucht eine paar Minuten, um das zu verinnerlichen und es genie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Dann hat es aber etwas Meditatives\u201c, gesteht Sigrid Weilmann ein. Die Magdeburgerin verlebt bei Freunden eine paar Tage Urlaub im Harz und war erstmalig zur Hirschbrunft.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die erfahrenen Hasen, die schon \u00f6fters an solch einer Wanderung, die Jens Schneidewind schon seit rund \u00fcber 20 Jahren organisiert, teilgenommen haben, wollen dagegen auch andere \u201eWissensl\u00fccken\u201c schlie\u00dfen. Und so hat Thomas G\u00e4rtner, stellvertretender Vorsitzender der J\u00e4gerschaft Quedlinburg, einiges zu tun, um die Zusammenh\u00e4nge mit den \u201eNeub\u00fcrgern\u201c Luchs und Wolf zu erkl\u00e4ren und aufzukl\u00e4ren. W\u00e4hrend die Erwachsenen sich innig dem Brunftgeschehen widmen, haben die Kinder sichtlich mehr Spa\u00df, den letzten Kilometer im Schein ihrer Taschenlampen zu absolvieren. Am Ziel erwartet die Wanderer dann ein Imbiss im Wald.<\/p>\n<p>Die Mitglieder des Harzclub-Zweigvereines Friedrichsbrunn haben nicht nur die Versorgung organisiert, sondern auch mit Lager- und Schweden-Feuer f\u00fcr einen romantischen Abschluss gesorgt. \u201eSo etwas ist nicht allt\u00e4glich und bringt Entspannung vom Beruf. Die Feuer im Wald und die ganze Atmosph\u00e4re bei solch einer Wanderung sind wirklich ein Highlight\u201c, zeigt sich Sophia M\u00fchlberg begeistert. Die Quedlinburgerin, die jetzt in Dresden arbeitet und lebt, ist gemeinsam mit ihrem Freund Stefan Noack nach jahrelanger Abstinenz wieder einmal auf Hirschbrunft-Tour. Ihr Fazit: \u201eEinzigartig, stimmungsvoll und empfehlenswert. Auch wenn es ein paar Leute zu viel waren.\u201c (2019)[\/vc_column_text][vc_separator][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_gallery interval=&#8220;3&#8243; images=&#8220;1227,1226,3200&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; css=&#8220;&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<h3>Unser Autor<\/h3>\n<h5>Dr. Holger Piegert \u201eDer Europ\u00e4ische Mufflon\u201c<\/h5>\n<p>Das Dr. Holger Piegert und Walther Kloth zu ihrem Buch \u201eDer europ\u00e4ische Mufflon\u201c, welches bereits in einer 2. Auflage erschienen ist: \u201eUnser Ziel ist es, dazu beizutragen, dass der Schalenwildart Mufflon in unserer heimatlichen Kulturlandschaft ein Stellenwert beigemessen wird, den er, ohne als St\u00f6rgr\u00f6\u00dfe angesehen zu werden, einnehmen kann, und dessen Hege der Erhaltung einer reizvollen Tierart in Europa dient. Dabei sind es nicht nur seine attraktiven Troph\u00e4en, die den jagdlichen Reiz in unseren Revieren erh\u00f6hen, sondern es ist vor allem seine Tagaktivit\u00e4t und damit auch die M\u00f6glichkeit der Beobachtung f\u00fcr Erholungssuchende in der Natur, die den landeskulturellen Wert unserer W\u00e4lder erh\u00f6ht. Um dieses Ziel erreichen zu k\u00f6nnen, bedarf es vieler engagierter Mitstreiter! Hierbei sind besonders die J\u00e4ger angesprochen. Sie k\u00f6nnen in den Einstandsgebieten durch eine artgerechte, planvolle und nachhaltige Muffelbewirtschaftung im Interesse der Erhaltung einer Artenvielfalt und der Erh\u00f6hung der Erholungsfunktion unserer Landschaft dazu beitragen, das attraktive und von Natur aus tagaktive Wildschaf f\u00fcr uns und unsere Nachwelt zu bewahren.\u201c<\/p>\n<p>Und im Vorwort hei\u00dft es: \u201eDie vorliegende Monographie ist anders gegliedert, als wir das von den meisten herk\u00f6mmlichen Werken gew\u00f6hnt sind. Das Buch soll Biologen und Naturfreunde ansprechen. Die Beschreibung der Lebensweise ist an den Anfang gesetzt worden, weil das Verst\u00e4ndnis um das Verhalten der Tiere eine Grundvoraussetzung f\u00fcr die erfolgreiche Durchf\u00fchrung der Jagd darstellt. Somit soll dem interessierten\u00a0 J\u00e4ger ein Buch in die Hand gegeben werden, das mehr ist als ein jagdliches Lehrbuch.\u201c (2019)<\/p>\n<p><strong>Edition Natur life im DSV-verlag, ISBN 3-88412-428-3<\/strong>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;1336&#8243; img_size=&#8220;full&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2>Unsere &#8222;Bestatter&#8220;<\/h2>\n<p>Mehrere hunderttausende St\u00fccke Schalenwild verenden j\u00e4hrlich allein in Sachsen-Anhalt im Stra\u00dfenverkehr. Dabei handelt es sich um Zahlen, die statistisch erfasst werden, doch jeder wei\u00df, die Dunkelziffer ist noch h\u00f6her. Noch weniger wei\u00df man dar\u00fcber, wieviel Wild in den Revieren unbemerkt verendet, Reste werden kaum oder nur sehr selten gefunden. Wie verschwindet ein zentnerschweres St\u00fcck Schwarzwild r\u00fcckstandslos und wer ist daran beteiligt? Vor einigen Jahren haben sich Alexander Krah und Stefan Grie\u00dfbach auf Spurensuche begeben, Fallwild geborgen und im Revier ausgelegt. Man wollte mit \u00dcberwachsungskameras herausfinden, wer sich unentdeckt alles so als \u201eBestatter\u201c bet\u00e4tigt. Ein ganzes Jahr lief das Projekt und mehrere St\u00fccken Schwarz- und Rehwild, aber auch Raubwild und Aufbr\u00fcche wurden so zum Objekt der \u201eBegierde\u201c.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<h5>Von Alexander Krah (\u2020)<\/h5>\n<p>Es begann damit, dass im Revier Harzgerode eine Bache gefunden wurde, die beim Frischen verendet war. Ein F\u00f6tus hing quer im Geburtskanal, sicher ein qualvoller Tod. Mit Unterst\u00fctzung von Revierf\u00f6rster Steffen Grie\u00dfbach wurde eine Infrarotkamera nahe dem St\u00fcck installiert, um den Verfallsprozess zu beobachten und zu ermitteln, wer daran so alles mitwirkt. Als erstes erschienen in der Nacht zwei Altf\u00fcchse, die am Tag von zwei Bussarden unterst\u00fctzt, sich stundenlang bem\u00fchten, den unversehrten Wildk\u00f6rper zu \u00f6ffnen. Aus dieser \u201eSpontanaktion\u201c wurden am Ende vier St\u00fccken Schwarzwild, f\u00fcnf Rehe und diverse Aufbr\u00fcche ausgelegt und mit unterschiedlichen Kameras, die mit Infrarot, aber auch Normalblitz ausger\u00fcstet waren, begleitet. \u00dcber 4.000 Aufnahmen dokumentieren die hier noch zu treffenden Aussagen. Bei allen St\u00fccken war der Standort der Beobachtung nicht der Unfallort und immer wurden die St\u00fccke fest fixiert, nachdem einmal ein starker Fuchs es schaffte, einen etwa 40 Kilogramm wiegenden \u00dcberl\u00e4ufer aus dem Bereich der Kamera weg zu ziehen.<\/p>\n<p>Im Revier leben Rotwild, Muffel-, Reh- und Schwarzwild, Fuchs und Dachs haben eine gute bis hohe Besatzdichte, aber auch Stein- und Baummarder sowie die Wildkatze und der Waschb\u00e4r sind vorhanden. Das Gebiet wird regelm\u00e4\u00dfig vom Luchs frequentiert, am Luder konnte er doch bisher noch nicht nachgewiesen werden. Das Revier ist mit ca. 70 Prozent Fichte, 20 Prozent Eiche und 10 Prozent Buche bestockt. Die Bodenvegetation ist reichhaltig und erschwert, vergraste Windwurffl\u00e4chen eingeschlossen, die Jagd erheblich.<\/p>\n<p>Als Standorte f\u00fcr das Fallwild wurden Ecken ausgew\u00e4hlt, die kaum von Waldbesuchern gefunden werden konnten. Erstaunlich war, dass alle St\u00fccke, obgleich sie Stunden vorher noch von Menschen manipuliert, \u00fcber Nacht angenommen wurden.<\/p>\n<p>Das Leuchten der IR-LED und auch der Flashblitze l\u00f6sten wenige St\u00f6rungen aus, wenn bei Letzterem die Blitzfolge nicht zu kurz eingestellt wurde. Die Liegezeit der Kadaver betrug drei Tage bis zu sechs Wochen im Winter. Dies war sowohl der Jahreszeit als auch dem direkten Zugriff des Schwarzwildes geschuldet. Nur eine Phase f\u00fchrte zu einer Pause. Wenn in der warmen Jahreszeit die Fliegenmaden den Wildk\u00f6rper beherrschten, dann kontrollierten Fuchs und gelegentlich auch Schwarzwild den Ort, ohne etwas auf zu nehmen. Die Maden waren im Hochsommer so extrem, dass die Klumpen sich auf dem K\u00f6rper bewegten, herunterrutschten und zusammen mit der starken W\u00e4rmeabstrahlung in einem Fall die Kamera permanent wie mit Zeitraffereinstellung ausl\u00f6sten. Eine Woche und sie verpuppten sich und die Reste wurden f\u00fcr Fuchs, Schwarzwild, Waschb\u00e4r und Bussard, gelegentlich auch Kolkrabe wieder interessant.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_gallery interval=&#8220;3&#8243; images=&#8220;1380,1379,1378,1372,1370,1369,1368&#8243; img_size=&#8220;full&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Welche Wildart war nun in welcher Form an der Fallwildbeseitigung beteiligt? Verbl\u00fcffend war, dass an zwei Rehen die Eichh\u00f6rnchen am Wildbret kosteten, aber nur als es noch frisch war. \u00c4hnlich verhielten sich beide Marderarten. Ein Baummarderpaar kam an drei Tagen zu einem Reh und nahm nur Fleisch von R\u00fccken und Keulen. Ein anderer kam nur einen Tag an einem anderen St\u00fcck. Auch die Steinmarder beschr\u00e4nkten sich auf die ersten beiden Tage, offensichtlich hing dies mit dem Grad der Zersetzung des Fleisches zusammen. Auch die Wildkatze, die an drei Standorten best\u00e4tigt werden konnte, erwies sich als ausgesprochener Gourmet. Einmal lebte eine Wildkatze 12 Tage lang von einem \u00dcberl\u00e4ufer, der vom 30. November bis 3. Januar drau\u00dfen lag. Sie teilte sich die Beute mit zwei F\u00fcchsen und bis zu vier Bussarden und gelegentlich einem Kolkraben. Die K\u00e4lte konservierte das Fleisch und die Katze kam aller zw\u00f6lf Stunden, mittags und gegen Mitternacht, vorbei. Es war offensichtlich ihr Verdauungsrhytmus. Als die Temperatur am 23. Dezember sich in Richtung minus 20 Grad Celsius bewegte und der Kadaver hart, wie Beton gefror, musste sie, genauso wie der Fuchs passen. Nach einer leichten Schneedecke ging niemand mehr an die Reste. Da die Kameras langsam tr\u00e4ge wurden und mit der Energieversorgung ausstiegen, zog ich sie ein. Ein Tauwettereinbruch Anfang Januar f\u00fchrte dazu, dass die Sauen das St\u00fcck einschlie\u00dflich Knochen sofort in einer Nacht r\u00fcckstandslos entsorgten.<\/p>\n<p>Verwundert hat, dass der Dachs, dem doch der Ruf eines\u00a0\u00a0 Nahrungsgeneralisten vorauseilt, nichts von dem Fra\u00df aufnahm, obwohl er einen Teil der Fallwildst\u00fccken kannte, sie besichtigte und durch die Kameras best\u00e4tigt wurde. Anders verhielten sich die Waschb\u00e4ren. Sie nahmen Frischfleisch, soweit man das die ersten zwei drei Tage noch als solches bezeichnen kann, bis die Fliegenmaden das St\u00fcck \u00fcbernahmen. Danach kamen sie wieder und suchten an Decken- bzw. Schwartenresten nach etwas Fressbaren. Dabei kam es auch \u00f6fter zu direkten Begegnungen mit dem Fuchs am St\u00fcck, die offensichtlich ohne k\u00f6rperliche Auseinandersetzungen ausgingen.<\/p>\n<p>Hauptakteur der Fallwildentsorgung ist und bleibt der Fuchs. Er frisst nicht nur am St\u00fcck, sondern zerlegt es mit gro\u00dfem Geschick in transportf\u00e4hige Portionen. Wenn er Junge im Bau liegen hat, dann schleppt er Tag und Nacht seine Beute weg. Eine starke Ricke entsorgten zwei F\u00fcchse innerhalb von vier Tagen. Erstaunlich auch, welche Kraft sie dabei entwickelten. Ein Fuchs schaffte es zu Beginn der Beobachtungen einen etwa 40 Kilogramm schweren \u00dcberl\u00e4ufer rund drei Meter in Richtung Dickung aus dem Winkel der Kamera heraus zu ziehen. Seitdem wurde jedes St\u00fcck mit Draht oder Seil fixiert. Aller ein bis zwei Tage kontrollierte ich die Standorte und wechselte an der oder den Kameras die Speicherkarten. Meine dabei hinterlassenen Duftspuren schienen sie nicht zu beeindrucken, denn die ersten Aufnahmen erfolgten manchmal schon zwei Stunden danach. (1998)[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_gallery interval=&#8220;3&#8243; images=&#8220;1391,1392,1390,1389,1388,1387,1386,1385,1384,1383,1382,1381,1377,1376,1375,1374,1373,1371,1367,1366&#8243; img_size=&#8220;full&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]Ein besonderes Problem stellte das unterschiedliche Verhalten der Sauen dar. Alle der sieben dem Schwarzwild zug\u00e4nglichen St\u00fccken waren ihnen auch sp\u00e4testens am zweiten Tag bekannt. Tote Artgenossen wurde bewindet, aber im relativ frischem Zustand nicht angefasst. Im Gegensatz dazu wurde ein Schmalreh am zweiten Tag von einer Rotte r\u00fcckstandslos entsorgt. Selbst Tr\u00e4ger und Haupt, festverzurrt mit dickem Spanndraht an einem Baum, verschwanden. Das erkl\u00e4rt auch, warum so selten ein Luchsriss gefunden wird. Das Pinselohr wird dadurch gezwungen, wesentlich mehr Beute zu schlagen, als er eigentlich f\u00fcr sich ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>War der Zerfallsprozess der St\u00fccken Schwarzwild mindestens acht Tage fortgeschritten und auch die Extremphase mit den Fliegenmaden vorbei, dann gingen die Sauen an die Reste und lie\u00dfen nichts mehr \u00fcbrig. Von Kannibalismus kann aber hierbei wohl nicht mehr gesprochen werden. Ein Frischling von ca. 15 Kilogramm wurde an einer freistehenden tiefbeasteten Fichte deponiert. Es war der einzige Standort, der von der \u201eLuftwaffe\u201c nicht einsehbar war und deshalb erschien auch weder Bussard noch Kolkrabe. Ein junger Keiler kam in der ersten Nacht und bewindete ihn, ohne ihn anzuschneiden. Danach besch\u00e4ftigten sich zwei F\u00fcchse vier N\u00e4chte mit ihm. In der f\u00fcnften Nacht kam offensichtlich der gleiche Keiler und entsorgte den Rest.<\/p>\n<p>An drei Stellen, an denen Schwarzwild deponiert war, untersuchte ich, nach dem sie verschwunden waren, im Radius von etwa 150 Meter die Umgebung nach irgendwelchen Resten. Es wurde nichts gefunden. Dabei ist doch der Sch\u00e4delknochen eines St\u00fcckes Schwarzwild kaum zu \u00fcbersehen und eigentlich auch von der Materialsubstanz \u00fcber Jahre haltbar. Das erkl\u00e4rt vielleicht auch, warum Treiber bei Dr\u00fcckjagden oder auch die Stangensucher kaum Stangen oder Skelettreste aus Vorjahren finden. Es wird alles verwertet. Die Sauen kamen auch noch Tage nach dem restlosen Verschwinden der Kadaver zu deren ehemaligem Liegeplatz. Sie brachen dabei offensichtlich nach Puppen und Larven, die an dem Zersetzungsprozess beteiligt waren. Greif- und Rabenv\u00f6gel spielten, trotz optischer Auff\u00e4lligkeit, in Bezug auf die K\u00f6rpermasse des verschwindenden Fallwildes bei der Verwertung kaum eine gr\u00f6\u00dfere Rolle. Ein offen daliegender Aufbruch wird mit viel Geschrei von vorwiegend Bussarden, weniger Kolkraben (im Pirschbezirk war nur ein Brutpaar bekannt), selten einem Milan und in Ausnahmef\u00e4llen von ein, zwei Elstern sowie einigen Eichelh\u00e4hern frequentiert. Nachts entsorgt der Fuchs die Reste diskret. Dabei sitzen die Bussarde tags\u00fcber stundenlang an der \u201eBeute\u201c und verteidigen sie erstaunlich z\u00e4h gegen Konkurrenten, auch der eigenen Art. Auff\u00e4llig war das Interesse des Schalenwildes, das in der N\u00e4he der ausgelegten Fallwildst\u00fccke ihren Einstand hatten. An drei Standorten kam Rotkahlwild zu dem St\u00fcck um es zu be\u00e4ugen. Ein junger Rehbock interessierte sich ebenfalls f\u00fcr ein anbr\u00fcchiges St\u00fcck Schwarzwild und kam immer wieder, um es zu registrieren. Genauso verbl\u00fcffte ein Muffelschaf, welches mit seinem Lamm zu der toten Sau kam. Die Kr\u00f6nung war wohl ein einsamer Waldhase, der den toten \u00dcberl\u00e4ufer aufmerksam musterte.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2>Unsere Winterf\u00fctterung<\/h2>\n<p>Dieser Winter kam fr\u00fch und blieb lange. Minusgrade und Massen von Schnee bestimmten im Dezember 2009 die Szenerie im Harz. Auf dem Brocken wird eine Schneedecke von 142 Zentimetern gemeldet und selbst im Unterharz liegt \u00fcberall mehr als ein halber Meter der wei\u00dfen Pracht. Zuletzt gab es solche Schneeh\u00f6hen zu dieser Jahreszeit damals vor 36 Jahren. Bis Mitte Februar 2010 setzte sich das kalte Winterwetter mit Dauerfrost nahezu landesweit fort. Tags\u00fcber wurden nur selten lokal leichte Plusgrade erreicht und immer wieder kommt Schneenachschub aus dem Himmel. Die Menschen leiden und die Wildtiere auch. Doch wenn der Frost im Boden steckt und dieser von einer dicken Schneedecke eingeh\u00fcllt ist, finden Wildtiere kaum noch ausreichend Nahrung in ihren Habitaten, zu denen Felder und Wiesen z\u00e4hlen. Es dr\u00e4ngt sie vermehrt in den Wald, wo beispielsweise neben den Bl\u00e4ttern der immergr\u00fcnen Brombeere und anderen Verbiss-Geh\u00f6lzen auch junge B\u00e4ume dann als Futterquelle dienen. (2009)[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]Um die Sch\u00e4den gering zu halten, setzte auch der Landesforstbetrieb Ostharz auf die Winterf\u00fctterung. Auch weil die J\u00e4gerschaft gesetzlich verpflichtet ist, in Notzeiten f\u00fcr ausreichende und angemessene Nahrung f\u00fcr die Wildtiere Sorge zu tragen. Der Forstbetrieb deckte sich mit Saft- und Raufutter in Form von R\u00fcben und Heu ein. Im Revier von F\u00f6rster Steffen Grie\u00dfbach wurde eine Lichtung ausgew\u00e4hlt, auf der das Wild wechselte und daf\u00fcr gesorgt, dass das Futter immer auf hochgepfl\u00fcgten W\u00e4llen ausgebracht wurde.<\/p>\n<p>Grund daf\u00fcr war, dass man EHEC-Infektionen vermeiden wollte, da die Tiere sich sonst \u00fcber dem Futter gel\u00f6st oder dort gen\u00e4sst h\u00e4tten. Eingeschr\u00e4nkt wurde mit dieser Ma\u00dfnahme auch, dass die Tiere auf dem Heu lagerten. Auf den Bau von Futterraufen hatte man damals verzichtet. Enteroh\u00e4morrhagische Escherichia Coli (EHEC) verursachen laut Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung bei Menschen akute, teilweise blutige Durchfallerkrankungen. Demnach kann es besonders bei Kindern zu einer Sch\u00e4digung der Nieren bis zum Nierenversagen, dem so genannten h\u00e4molytisch-ur\u00e4mischen Syndrom, kommen. Als Quelle von EHEC-Infektionen sind laut einer Pressemitteilung des Bundesinstitutes vor allem landwirtschaftliche Nutztiere bekannt, die EHEC mit ihrem Kot ausscheiden, ohne dass sie selbst Anzeichen einer Erkrankung zeigen. Wissenschaftliche Beurteilungen haben ergeben, dass auch Wildtiere EHEC ausscheiden k\u00f6nnen. Weitere Informationen zu dem Thema gibt es unter <a href=\"http:\/\/www.bfr.bund.de\/de\">www.bfr.bund.de\/de<\/a>.<\/p>\n<p>Bis in den April hinein wurde fast t\u00e4glich gef\u00fcttert und vor allem das Rot- und Muffelwild war stetiger Gast an der F\u00fctterung. So sehr dem Schalenwild geholfen wurde, so musste man auch zur Kenntnis nehmen, dass der Luchs ebenfalls von der Winterf\u00fctterung profitierte. So wurden im Umfeld der F\u00fctterung mehrere Risse gefunden.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_gallery interval=&#8220;3&#8243; images=&#8220;1424,1423,1422,1421,1420,1419,1418&#8243; img_size=&#8220;full&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2>Unsere Zackelschau<\/h2>\n<p>Sie hat ein besonderes Flair, die \u201eZackelschau\u201c am Forsthaus Uhlenstein,\u00a0und sie ist schon l\u00e4ngst schon kein Geheimtipp mehr nur f\u00fcr diejenigen, die dem Rotwild und seiner besonderen Faszination erlegen sind.\u00a0Mittlerweile ist der 1. Mai, an dem die Schau jedes Jahr stattfindet,\u00a0fest im Terminkalender der Harzer verankert.\u00a0Sozusagen das Familienevent am Kampftag der Arbeiterklasse, welches per pedes, mit dem Fahrrad oder motorisiert angesteuert wird, um ein paar sch\u00f6ne Stunden in der Idylle des Uhlenbachtales zu verleben. Und das nicht ohne Grund: So sorgen die Jagdhornbl\u00e4ser der J\u00e4gerschaft Quedlinburg f\u00fcr den musikalischen Background und mit einheimischen Wildbret aus der Gulaschkanone ist auch kulinarisch f\u00fcr Hochgenuss gesorgt. Am Rande kann gefachsimpelt werden oder es werden einfach nur die Neuigkeiten aus den Revieren ausgetauscht. Die Jahre, in denen \u00fcber 400 Besucher gekommen waren, sind mittlerweile keine Ausnahme mehr.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]Dabei hat es im Jahr 1991 ganz klein angefangen.\u00a0 Dr. Holger Piegert, der damalige Forstamtsleiter im Uhlenstein, war sich bewusst, dass die Stangensucherei im Harz tief verwurzelt ist. Doch was machen, wenn die Stangensucher niemanden verraten, wann und wo sie welche Zackeln gefunden haben? Gerade \u00fcber die Fundst\u00fccke lassen sich im Revier die \u201eeigenen\u201c Hirsche gut\u00a0bestimmen und kann ihr Alter festgestellt werden. R\u00fcckschl\u00fcsse auf den Bestand und die Kondition des Rotwildes lassen sich ziehen sowie die Entwicklung so manchen Hirsches kann \u00fcber Jahre genau beobachtet werden. Holger Piegert lie\u00df die \u201eZackelschau\u201c aufleben, die sein Nachfolger Steffen Griesbach genauso liebevoll weiterf\u00fchrte.<\/p>\n<p>Irgendwann\u00a0wuchs die Schau immer mehr und wurde gr\u00f6\u00dfer.\u00a0 Zuerst kamen die Jagdhornbl\u00e4ser dazu, die den Tag als Generalproben f\u00fcr die Teilnahme am Walpurgispokal nutzen, nicht viel sp\u00e4ter\u00a0wurde auch an das Essen und Trinken gedacht.\u00a0 Es gab die ersten J\u00e4gerflohm\u00e4rkte, die k\u00fcnftig wieder mehr Gewicht erhalten sollen, und es wurden Ausstellungen organisiert &#8211; von \u201e100 Jahre Forsthaus Uhlenstein\u201c, \u00fcber\u00a0\u00a0 Wildfotografien\u00a0\u00a0 oder die Gold- und Silbermedaillenhirsche aus der Region bis hin zu kompletten Lebens-Abwurfstangen von Hirschen.<\/p>\n<p>\u00dcber die Jahre hat so mancher Hirsch dann auch seinen Spitznamen abbekommen. Da gab es den \u201eEimerschmei\u00dfer\u201c, der am Ende \u00fcber 20 Jahre alt und fast blind war oder der \u201eWindgek\u00e4mmte\u201c, dessen Stangen sehr stark nach hinten geneigt waren. Man sagte ihm scherzhaft nach, er h\u00e4tte zu viel an der Feldkante gestanden, weshalb sich sein Geweih nach hinten entwickelte.\u00a0 Andere hie\u00dfen \u201eDer S\u00e4bler\u201c, \u201eDer Wasserb\u00fcffel\u201c, \u201eDie Hand\u201c, \u201eDer Kakel\u201c oder \u201eDas Paddel\u201c. \u201eBei einer Flasche Bier k\u00f6nnen da mal schon lustige Namen gefunden werden\u201c, wei\u00df Steffen Griesbach, der aber genauso so viel Freude daran hat, dass \u00fcber die Zackeln und in Kombination mit Wildkameraaufnahmen\u00a0 eine genaue Alterseinsch\u00e4tzung m\u00f6glich ist, was bei der Hege des Rotwildes ein nicht unerheblicher Vorteil\u00a0 ist. (2019)[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_gallery interval=&#8220;3&#8243; images=&#8220;1440,1439,1438,1437,1453,1452,1451,1450,1449,1448,1585,1584,1583,1582,1581,1580,1579,1578,1577,1576,1574,1575,1572,1573,1571,1570,1569,1568,1567,1566,1565,1564,1563,1562,1561,1560&#8243; img_size=&#8220;full&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2>Unsere Hubertusmessen<\/h2>\n<p>Seit mehr als 20 Jahren organisiert die J\u00e4gerschaft Quedlinburg Hubertusmessen. Diese finden j\u00e4hrlich zur Erinnerung an den heiligen Hubertus von L\u00fcttich den 3.\u00a0November, den Hubertustag, statt. Der \u00dcberlieferung nach war Hubertus als junger Edelmann ein leidenschaftlicher J\u00e4ger, der die Erlegung des Wildes als Selbstzweck sah. Sp\u00e4ter erkannte Hubertus in allen Wesen Gesch\u00f6pfe Gottes und hat sich deshalb hegend und pflegend f\u00fcr sie eingesetzt. Diese Grundhaltung der \u201eAchtung vor dem Gesch\u00f6pf\u201c ging als Waidgerechtigkeit in die Verhaltensgrunds\u00e4tze der J\u00e4gerschaft ein. Die Hubertusmesse wird daher auch \u201eJ\u00e4gergottesdienst\u201c genannt, hei\u00dft es bei Wikipedia. Und weiter: Als Notenvorlage f\u00fcr eine Hubertusmesse ist in Deutschland die 1934 ver\u00f6ffentlichte Zusammenstellung <em>Grande Messe de Saint Hubert<\/em> von Jules Cantin (1874 bis1956) weit verbreitet beziehungsweise am popul\u00e4rsten. Sie beruht ihrerseits auf Sammlungen franz\u00f6sischer Autoren aus dem 19. Jahrhundert. Die ersten Melodien stammten laut dem Handbuch von Thiberge vermutlich von Hubert Obry (1820 bis 1850). (2019)[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<strong>So schrieb 2015 die Mitteldeutsche Zeitung \u00fcber unsere Hubertusmesse:<\/strong><\/p>\n<p>Leuchtende und w\u00e4rmende Schwedenfeuer vor der Bonhoeffer-Kirche Friedrichsbrunn, viel schm\u00fcckendes Tannengr\u00fcn im Inneren: Nach zwei Jahren Pause hat die J\u00e4gerschaft Quedlinburg wieder &#8211; gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde &#8211; zu einer Hubertusmesse in das Gotteshaus eingeladen. Musikalisch begleitet wurde die Messe durch die Parforceh\u00f6rner des Jagdbl\u00e4sercorps Wernigerode unter der Leitung von Hermann Schmidt, die es verstanden, die Messe auch zu einem kleinen Konzertgenuss werden zu lassen. Mit der Weiterf\u00fchrung der Tradition, die durch die Quedlinburger J\u00e4gerschaft schon seit vielen Jahren gepflegt wird, war auch eine Premiere verbunden: F\u00fcr Pfarrerin Franziska Kaus war es die erste Hubertusmesse.<\/p>\n<p>Franziska Kaus erinnerte an die Legende vom J\u00e4ger Hubertus: Dieser zieht aus, um einen Hirsch zu erlegen, kann ihn auch stellen &#8211; und schie\u00dft dann doch nicht, weil er ein leuchtendes Kreuz im Geweih des Tieres sieht. In diesem Moment, sagte Franziska Kaus, hat sich etwas in Hubertus ver\u00e4ndert, der sich von nun an um die Hege und Pflege des Waldes k\u00fcmmerte. \u201eEs sind Momente, wo man inneh\u00e4lt und erkennt, dass nichts von dem, was wirklich z\u00e4hlt, wirklich erjagen kann&#8220;, so die Pfarrerin. \u201eMan kann sich keine Liebe kaufen, nicht mal Gesundheit und keinen Tag l\u00e4nger im Leben. Es sind Momente, wo man sich fragt, was verfolgt man eigentlich im Leben, was z\u00e4hlt&#8220;, sagte Franziska Kaus, die einen solchen Moment den \u201eHubertusblick&#8220; nannte. \u201eDiesen Hubertusblick, den w\u00fcnsche ich uns&#8220;, machte die Pfarrerin deutlich.<\/p>\n<p>Vor etwa 15 Jahren hat die J\u00e4gerschaft Quedlinburg damit begonnen, den Tag ihrer Hubertusjagd mit einer Hubertusmesse und einem anschlie\u00dfenden Hubertusabend mit einem gemeinsamen Abendessen und Jagdhornblasen abzurunden, sagt Jens Schneidewind, Vorsitzender der J\u00e4gerschaft. Zuvor waren am Morgen rund 130 Teilnehmer der Einladung der Quedlinburger Waidm\u00e4nner zur Hubertusjagd in den Revieren Friedrichsbrunn und Dambachhaus gefolgt. Darunter waren J\u00e4ger aus der J\u00e4gerschaft und der Region sowie Hundef\u00fchrer. Die Jagd auf Rotwild, Schwarzwild und Muffelwild war erfolgreich, erkl\u00e4rte Jens Schneidewind. \u201eWir haben von jeder Wildart Tiere erlegt.&#8220;<\/p>\n<p>Mit dem Veranstalten der Hubertusmesse m\u00f6chte die J\u00e4gerschaft Quedlinburg eine Tradition, ein Brauchtum wahren, sagte deren Vorsitzender. Zudem w\u00fcrden viele J\u00e4ger auch eher selten in die Kirche gehen, und \u201eand\u00e4chtige Worte kann jeder mal gebrauchen&#8220;, f\u00fcgte er mit einem Schmunzeln hinzu. Ausdr\u00fccklich sind zu einer solchen Hubertusmesse alle Interessierten willkommen. \u201eWir denken, dass es dazu geh\u00f6rt, uns als J\u00e4gerschaft ein bisschen transparent zu zeigen.&#8220; Und nicht zuletzt wolle die J\u00e4gerschaft mit dem Veranstalten der Messe auch die Kirche unterst\u00fctzen.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_gallery interval=&#8220;3&#8243; images=&#8220;1444,1443,1551,1550,1549,1547,1548,1546,1545,1544,1543,1542,1541,1540,1539,3230,3229,3228,3227,3226,3198,3196,3194,3205,3203,3204,3202&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; css=&#8220;&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2>Video-Impressionen von der Hubertusmesse 2021 im Schloss Ballenstedt von Jens Schneidewind<\/h2>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243; el_id=&#8220;https:\/\/vimeo.com\/661406105&#8243;][vc_video link=&#8220;https:\/\/vimeo.com\/661406105&#8243;][vc_video link=&#8220;https:\/\/vimeo.com\/852083831&#8243;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_video link=&#8220;https:\/\/vimeo.com\/661406282&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text] Unser Tag der Jagd und Natur Es dauert nur wenige T\u00f6ne und Inge Illgen befindet sich in ihrer eigenen Welt. 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