Von Fellwechsel bis Jägerfest

 

Jahreshauptversammlung der Jägerschaft Saalkreis am 22. März 2019 in Wettin

Am vergangenen Freitag traf sich die Jägerschaft Saalkreis e. V. zu ihrer diesjährigen Jahreshauptversammlung. Auf der Tagesordnung standen u. a. die Auswertung des vergangenen Jagdjahres sowie die Vorschau auf die Höhepunkte der kommenden Saison.

Bemerkenswert war im abgelaufenen Jagdjahr nach Bericht des Vorstandsvorsitzenden der Jägerschaft, Johannes Hertema, die bisher höchste Anzahl erlegter Wildschweine im gesamten Saalekreis, an der die hiesige Jägerschaft einen nicht unerheblichen Anteil trägt. Somit leisten hiesige Jägerinnen und Jäger einen wichtigen Beitrag, um der drohenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu begegnen und zudem Wildschäden in landwirtschaftlichen Nutzflächen einzudämmen.

Rückgängig, so Hertema, sind die Zahlen beim erlegten sogenannten Niederwild wie Feldhase oder Fasan. Das unterstreicht einmal mehr den Rückgang der genannten Populationen überhaupt, der sich zum einen der intensiven Landwirtschaft, zum anderen aber auch der raschen Vermehrung nicht einheimischer tierischer Zuwanderer wie z. B. Waschbär verdankt. Hier unternehmen die Mitglieder der Jägerschaft schon seit Jahren verstärkt Anstrengungen, um die Bestände an bedrohtem Niederwild wieder zu erhöhen. Dazu gehören beispielsweise die verstärkte Bejagung der Waschbären (2018/19 im Saalekreis insgesamt 2147 erlegte Tiere) oder Hegemaßnahmen wie z. B. Fasanenschütten, also geschützte Futterstellen.

Der Anteil der durch Wildunfälle getöteten Tiere an der Gesamtzahl beträgt 15 Prozent! Dies nimmt der Vorstand der Jägerschaft Saalkreis einmal mehr zum Anlass, an die Bevölkerung zu appellieren, auf Landstraßen und Autobahnen vor allem auch in den Dämmerungs- und Nachtzeiten und zu den besonderen „Hoch-Zeiten“ im Jahresablauf wie Brunft- und Setzzeiten besondere Vorsicht walten zu lassen und vorausschauend zu fahren.

Auch in der Jägerschaft Saalkreis ist im Herbst 2018 die bundesweite Aktion „Fellwechsel“ des Jagdverbandes angelaufen. Ziel des Projektes ist es, das Fell von jagdlich erlegtem Raubwild einer nachhaltigen, sinnvollen Nutzung zuzuführen. Die Felle von erlegten Tieren können an einer Sammelstelle gegen eine kleine Aufwandsentschädigung abgegeben werden, von wo aus sie dann den Weg zur Weiterverarbeitung nehmen. Die Herkunft der heimischen Felle wird in der Weiterverarbeitung durch das Siegel “

WePrefur

“ dokumentiert.

Am 19. Januar 2019 hat der erste Ausbildungskurs der neu strukturierten Jagdschule der Jägerschaft begonnen. Insgesamt konnten 9 Schüler und 10 Dozenten für die Ausbildung gewonnen werden, die nun auch im neuen Domizil in Dößel (Wettin-Löbejün) stattfindet. Zur Jahresmitte wird es den nächsten Kurs geben, für den noch Anmeldungen angenommen werden.

Auch in diesem Jahr hält die Jägerschaft das mittlerweile zur guten Tradition gewordene Jägerfest im Heimat-und Landwirtschaftsmuseum in Müllerdorf ab, zu dem selbstverständlich alle Nichtjägerinnen und -jäger recht herzlich eingeladen und willkommen sind. Termin ist der 23. Juni. Ablauf und Höhepunkte werden rechtzeitig bekanntgegeben.