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Jäger melden bundesweit Aufwärtstrend beim Feldhasen

Sachsen-Anhalt ist trotz Rekordwerten weit hinten im Hasenrennen!

Die Frühjahrszählung der Feldhasen im Jahr 2020 ergab, dass in Sachsen-Anhalt durchschnittlich 6 Hasen pro Quadratkilometer vorkommen. „Ein absoluter Rekordwert, wenn man die Zählergebnisse unseres Wildtiermonitorings seit 2001 betrachtet“, freut sich der Geschäftsführer des Landesjagdverbandes Sachsen-Anhalt, Wilko Florstedt. Wir hatten trotz eines geringen Frühjahrsbesatzes 2019 gute Zuwachsraten im Jahresverlauf bei den Feldhasen registrieren können. Ursächlich dafür waren die überdurchschnittlich warmen Temperaturen und die geringen Niederschläge, welche den Vermehrungszeitraum der Langohren verlängerten. Durch das milde Wetter im Jahresverlauf kam es zu einer geringen Sterblichkeit, insbesondere bei den Junghasen. Die im Jahr 2020 ebenfalls gute Nettozuwachsrate (+8 %) lässt auf eine weitere Stabilisierung der Feldhasenbesätze auch in diesem Jahr hoffen, so Florstedt weiter.

Verglichen an den bundesweiten Zahlen wird die Freude jedoch gedämpft. Etwas mehr als 14 Feldhasen pro Quadratkilometer Offenland haben im Frühjahr 2020 durchschnittlich in Deutschland gelebt – zwei mehr als 2019. Sachsen-Anhalt erreicht in weiten Landesteilen nicht einmal die Hälfte des Hasenbesatzes. Günstige Witterung allein reicht nicht, um den Feldhasenbesatz langfristig zu fördern, mahnt Florstedt. Den großen zusammenhängenden Feldern mangelt es an Lebensraum im Inneren, besonders Maisfelder werden von den Langohren gemieden. Zudem fehlten die krautreichen Feldränder, die Nahrung in ausreichender Menge und Qualität bieten. Nur wenn die Hasenapotheke gut gefüllt ist und die Häsinnen ausreichend fettreiche Milch produzieren können, haben die Junghasen eine Chance groß zu werden, erläutert Florstedt. Mit der Wiederherstellung von krautreichen Weg- und Feldrändern und der verpflichtenden Unterteilung großer Ackerschläge könnten wir landesweit viel für Feldhase, Rebhuhn und Feldhamster tun. Die Landwirte und Kommunen haben es in der Hand, dass sich der Aufwärtstrend der Feldhasen in Sachsen-Anhalt weiter fortsetzt, resümiert Florstedt.