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Land unterstützt Schwarzwildbejagung!

Foto: Haase/ DJV

Das Land gewährt rückwirkend ab 01.01.2021 eine Erlegungsprämie in Höhe von 65 € zur Reduktion der Schwarzwildbestände. Die Prämie wird für jedes erlegte Stück Schwarzwild gewährt.


Der Landesjagdverband begrüßt die Landesinitiative für die Jägerinnen und Jäger in Sachsen-Anhalt. „Die Unterstützung der Schwarzwildjagd durch das Land ist in der aktuellen Lage notwendig, um die Wildschweinbestände bei der schwierigen Vermarktungslage nicht ausufern zu lassen.“, sagt der Präsident des Landesjagdverbandes, Dietmar Specht. Mit Blick auf die herannahende Schweinepest ist es wichtig, nun auch zügig die weiteren beschlossen Maßnahmen des ASP-Präventionspakets der Landesregierung umzusetzen. Zur weiteren Reduktion des Schwarzwildbestandes sollte dazu beispielsweise eine Klärung der Fragen der überjagenden Hunde und die Entfristung des § 35 Landesjagdgesetzes herbeigeführt werden. Auf diesem Wege wird die Bejagung von Schwarzwild auf großen landwirtschaftlichen Flächen langfristig vereinfacht und der Jagdhundeeinsatz in Nähe von Reviergrenzen weniger problematisch.

Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat am 15.10.2020 (Drucksache 7/6747) die Landesregierung gebeten, Erlegungsprämien zur Schaffung eines Anreizes zur Reduktion der Schwarzwildbestände zu gewähren. Ziel ist es, die Streckenergebnisse auf dem erreichten Niveau zu halten und nach Möglichkeit zu steigern. Die relativ hohen Jagdstrecken der letzten Jahre beim Schwarzwild haben dazu geführt, dass im Bereich der Schwarzwildvermarktung eine Marktsättigung eingetreten ist. Das spiegelt sich in einem deutlichen Preisverfall beim Großhandel von rund drei Euro auf rund 30 Cent je Kilogramm wider. Hinzu kommt aktuell die Situation im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, die Einschränkungen bzw. Schließungen bei den Gastronomiebetrieben zur Folge hat. Dies führt zu weiteren Minderabsätzen bei der Schwarzwildvermarktung.

Die Verwaltungsvereinbarung zur Zahlung einer Erlegungsprämie tritt zum 01.01.2021 in Kraft und gilt zunächst bis 31.12.2021. Über eine Verlängerung der Prämie bis Ende 2022 beziehungsweise 2023 wird nach der Landtagswahl entschieden.
Die Prämie wird über die Landkreise und kreisfreien Städte ausgezahlt. Allen Landkreisen und kreisfreien Städten werden zudem Verwaltungskosten in Höhe von 175.000 Euro insgesamt erstattet.

Unbeachtet dessen läuft das Früherkennungsprogramm zum frühzeitigen Entdecken der Afrikanischen Schweinepest (Wildschweinmonitoring) im Land weiter. 50 Euro werden für das Einsenden von Proben tot aufgefundenen oder kranken Wildschweinen gezahlt. Die Jägerinnen und Jäger werden in allen Regionen Sachsen-Anhalts angehalten sich am Monitoring zu beteiligen.

Unterschied zwischen Erlegungsprämie und Prämie für das Wildschweinmonitoring
Seit 2018 gewährt Sachsen-Anhalt eine Prämie von 50 Euro für das Auffinden und Beproben toter oder kranker Wildschweine, um frühzeitig Fälle von Afrikanischer Schweinepest im Land zu entdecken. Die Jagdausübungsberechtigten nach § 1 LJagdG erhalten diese für das Einsenden von Proben von Fallwild sowie von erlegtem Schwarzwild mit Krankheitssymptomen. Die Erlegungsprämie dagegen wird für erlegtes Schwarzwild gewährt.

Warum wird diese Prämie gezahlt werden?
Mit Beschluss vom 15.10.2020 (Drucksache 7/6747) hat der Landtag von Sachsen-Anhalt die Regierung gebeten, eine Erlegungsprämie in Höhe von 65 Euro zur Schaffung eines Anreizes zur Reduktion der Schwarzwildbestände zu zahlen. Der Präsident des Landesjagdverbandes Dietmar Specht hatte sich zuvor im Rahmen der Anhörung im Landtag für die Unterstützung zum Jagdanreiz ausgesprochen!

Wie kommen die Jägerinnen und Jäger an das Geld?
Es wurde eine Verwaltungsvereinbarung zwischen dem Land Sachsen-Anhalt und den Landkreisen sowie den kreisfreien Städten über das Verfahren zur Zahlung einer Erlegungsprämie für Schwarzwild im Rahmen eines zeitlich befristeten Vorhabens im Land getroffen. Antragstellung und Auszahlung der Erlegungsprämie wird über die jeweiligen Behörden der Landkreise bzw. kreisfreien Städte erfolgen. Ein entsprechender Antrag auf Auszahlung der Erlegungsprämie wird in den nächsten Tagen auf der Homepage des Landesverwaltungsamtes abrufbar oder direkt beim zuständigen Landkreis oder der kreisfreien Stadt erhältlich sein. Es gilt folgende Antragsfristen für die Auszahlung auf Erlegungsprämie zu beachten:

a) Für den Zeitraum: 1. April bis zum 30. September ist der Antrag beim zuständigen Landkreis bzw. der kreisfreien Stadt bis zum 15. Oktober einzureichen.
b) Für den Zeitraum: 1. Oktober bis zum 31. März ist der Antrag beim zuständigen Landkreis bzw. der kreisfreien Stadt bis zum 15. April einzureichen.

Antragsberechtigte Personen werden die Jagdausübungsberechtigten gemäß § 1 LJagdG Sachsen-Anhalt sein. Die Weitergabe der Erlegungsprämie an Mitpächterinnen und -pächter, Jagdgäste oder Begehungsscheininhaberinnen und -inhaber wird in der Verantwortung der Jagdausübungsberechtigten liegen.

Wie muss ein Nachweis über den Abschuss erfolgen?
Der Nachweis über den Abschuss wird über den jeweiligen Wildursprungsschein und die Streckenliste der zur Jagd ausübungsberechtigten Personen erfolgen.

Gibt es für alle erlegten Tiere die Prämie (Bache, Keiler, Überläufer, Frischlinge)?
Für die Erlegung von Schwarzwild aller Altersklassen in Sachsen-Anhalt – exklusive führender Bachen – wird je Stück erlegten Schwarzwildes 65 Euro Erlegungsprämie gewährt. Für Schwarzwild, das im Rahmen der Erfüllung dienstlicher Aufgaben oder in Gehegen erlegt wurde, wird keine Erlegungsprämie gewährt.

 

Quelle: Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie