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Kitzrettung bei der Frühjahrsmahd

Kapuhs/ DJV

Effektiver Wildtierschutz beginnt bereits vor der Mahd! Frühzeitige Absprachen zwischen Landwirten, Jägern und freiwilligen Helfern können Tierleid verhindern und Kitze vor dem Mähtod bewahren.

Der Frühsommer steht vor der Tür und damit auch der erste Grünschnitt. Wer seine Wiesen oder auch Energiepflanzen wie beispielsweise Grünroggen mähen möchte hat dafür Sorge zu tragen, dass bei der Mahd der landwirtschaftlichen Flächen möglichst keine Wildtiere zu Schaden kommen. Insbesondere in der Brut- und Setzzeit bis 15. Juni sind Jungtiere stark gefährdet. Junge Feldhasen und auch Rehkitze zeigen keinen Fluchtreflex, sondern ducken sich bei Gefahr tief ab. Dieses evolutionäre Verhalten hat bei der Mahd oft tödliche Folgen. Was vor Raubtieren wie dem Fuchs eine gute Tarnung verspricht, schützt nicht vor großen Kreisel- oder Balkenmähern. Wichtig ist daher, verantwortungsvoll mit den heimischen Wildtieren umzugehen und die Mahd ebenso wie den damit einhergehenden Wildtierschutz sorgfältig zu planen und umzusetzen. Dazu sollten Landwirte sich mit ihren zuständigen Jagdausübungsberechtigten im Vorfeld abstimmen, um entsprechende Maßnahmen zur Vermeidung von Tierleid ergreifen zu können.

 

Was getan werden kann

Das Aufstellen von Knistertüten, Flatterbändern oder Kofferradios hat sich gut bewährt. Bereits am Vorabend aufgestellt, beunruhigen die erzeugten Störgeräusche und menschlichen Stimmen die Wildtiere und regen zum Verlassen der Flächen an. Ebenso können das Absuchen der Wiesen mit geeigneten Hunden und freiwilligen Helfern – während Corona selbstverständlich mit ausreichend Abstand zueinander- dazu beitragen, die Kitze vor dem Mähtod zu retten. Landwirte können darüber hinaus durch angepasste Arbeitsweise zum Tierschutz beitragen. An den Maschinen angebrachte Piepser beunruhigen das Wild und veranlassen es zur lebenswichtigen Flucht. Des Weiteren ist die an das Verhalten des Wildes angepasste Mähtechnik essenziell. Wer von innen nach außen mäht, lässt dem Wild wichtige Korridore zur Flucht offen und kann so Jung- und Elterntiere schützen. Eine Begrenzung der Schnitthöhe auf mindestens 15 bis 20 Zentimeter verspricht zusätzlichen Erfolg.

 

Moderne Kitzrettung mit der Drohne

Insbesondere bei sehr großen Flächen empfiehlt sich der Einsatz von Drohnen, welche mit Wärmebildkameras ausgestattet sind. Abhängig von der Witterung können so auch große Schläge effizient und mit vergleichsweise wenig Aufwand abgesucht werden. Moderne Drohnenaufnahmen lassen mittlerweile nicht mehr nur noch große Tiere wie beispielsweise Kitze erkennen. Auch junge Feldhasen oder sogar Gelege von Rebhuhn und Fasan können so vor dem Ausmähen geschützt werden. Aktuellen Ergebnissen des Konjunkturbarometers Agrar zufolge sind mittlerweile in fast jedem 10. landwirtschaftlichen Betrieb bereits Drohnen im Arbeitseinsatz. Und auch für Jäger lohnt sich die Anschaffung eines lebensrettenden Quadrokopters: Pächtern und Jagdausübungsberechtigten stehen diesbezüglich Möglichkeiten zur finanziellen Förderung zur Verfügung. In Sachsen-Anhalt bietet unter anderem der Verein Wildtierretter Sachsen-Anhalt e.V. die Möglichkeit, sich in der Wildtierrettung zu organisieren.

Eine Übersicht mit Helfern finden sie auf der Seite der Deutschen Wildtierstiftung: https://www.deutschewildtierstiftung.de/naturschutz/reh-stoppt-den-maehtod
Die Broschüre „Praxisratgeber Mähtod“ kann als PDF ebenfalls bei der Dt. Wildtierstiftung heruntergeladen werden.