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Aktuelle Fachinformation zu ASP-Untersuchungszahlen in Sachsen-Anhalt

Foto: Kauer/DJV

Mit freundlicher Genehmigung des Landesamtes für Verbraucherschutz können wir folgende Informationen zur Beprobung auf ASP zur Verfügung stellen:

Deutliche Steigerung der ASP Untersuchungszahlen bei Schwarzwild in Sachsen-Anhalt 2021 – aber mit Luft nach oben

Im Rahmen des ASP-Monitorings bei Wildschweinen wurden im ersten Halbjahr 2021 in Sachsen-Anhalt nahezu doppelt so viele Wildschweine auf das Virus der Afrikanischen Schweinpest untersucht wie im Vorjahreszeitraum. Bis Ende Juni erhielt das Landesamt für Verbraucherschutz (LAV) Proben von 165 Wildschweinen zum Test auf ASP (Vorjahreszeitraum 85 Tiere). Im ersten Halbjahr 2021 wurden 34 Proben von krank erlegten Wildschweinen (Vorjahreszeitraum 19), 67 Proben von Fallwild (Vorjahreszeitraum 30) sowie 64 Proben von Unfallwild (Vorjahreszeitraum 36) zur Untersuchung eingesandt. Das Virus konnte in Sachsen-Anhalt bislang nicht nachgewiesen werden. Die Steigerung der Untersuchungszahlen für ASP zeigt die unverminderte Aufmerksamkeit, die diese Krankheit bei Jagdausübungsberechtigten und Überwachungsbehörden hat. Durch die aktuelle Verschärfung der Tierseuchensituation aufgrund der ersten ASP-Nachweise bei Hausschweinen in Brandenburg im September 2021 ist mit einer fortgesetzt hohen Einsendungsquote zu rechnen.

Ungeachtet der erfreulichen Steigerung der Einsendezahlen ist die Beprobung und Untersuchung von Fallwild weiter steigerungsfähig. Im Vergleich zu den im Land gemeldeten Zahlen für Fall und Unfallwild wurden im ersten Halbjahr 2021 im Landesdurchschnitt lediglich rund 29% der gemeldeten Tiere auch beprobt. In drei Landkreisen lag die Beprobungsintensität sogar unter 20% des gemeldeten Fall- und Unfallwildes. Es wird daher dringend an die Jagdausübungsberechtigten appelliert, Fall- und Unfallwild nicht nur zu melden, sondern kurzerhand von jedem Stück eine Probe zur ASP Untersuchung an das LAV einzusenden. Da die Untersuchung von verendeten bzw. kranken Wildschweinen die wichtigste Früherkennungsuntersuchung in Bezug auf ASP ist, wird als Anreiz für die Probennahme bei verendeten bzw. kranken Tieren, eine Aufwandsentschädigung von 50€ pro Tier an die Jagdausübungsberechtigten ausgezahlt. Zur Probennahme eignen sich die üblichen Schweißröhrchen oder alternativ jede Art von trockenen Tupfern. Auf eine entsprechend auslaufsichere Verpackung ist zu achten. Ein entsprechender Untersuchungsantrag als Voraussetzung für die Prämienzahlung steht auf der Internetseite des LAV bereit.

Um dem berechtigten Interesse der Jagdausübungsberechtigten an den Ergebnissen der Untersuchungen Rechnung zu tragen, steht seit 2020 allen Interessierten auf der Internetseite des LAV (https://verbraucherschutz.sachsen-anhalt.de/veterinaermedizin/wildtiere/) eine Übersicht zu Testergebnissen eingesandter Proben und Tierkörper, sowohl für das Wildschweinmonitoring allgemein als auch für die ASP-Ergebnisse und Ergebnisse zu parasitären Erkrankungen als kartographische Darstellung zur Verfügung. Die Übersichten werden etwa halbjährlich aktualisiert. Zukünftig ist geplant, dass die Jagdausübungsberechtigten eine Befundmitteilung zu eingesandten Proben direkt erhalten.

 

Kartographische Darstellung der APS-Untersuchungen (Quelle: LAV)

 

Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt

Titelbild: Rolfes/DJV