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Hinweise zur Fütterung in Notzeiten

Hat der Landkreis eine Notzeit festgestellt, wird das Fütterungsverbot kurzzeitig ausgesetzt. Der Landesjagdverband gibt Tipps, was Revierinhaber bei der Fütterung im Jagdbezirk berücksichtigen sollten.

Der Landesjagdverband empfiehlt angesichts von viel Schnee und anhaltender Kälte kurzfristig die Notzeit laut Landesjagdgesetz auszurufen. In den Landkreisen, wie Mansfeld-Südharz, Harz, Börde und dem Saalekreis ist dies bereits geschehen. So darf nun beispielsweise im Landkreis Mansfeld-Südharz durch die Jägerinnen und Jäger im Jagdbezirk mit Heu, Grassilage, heimischen Baumfrüchten und Hackfrüchten wie Rüben oder Kartoffeln zugefüttert werden. Die Hegeregelungen können kreisspezifisch unterschiedlich sein, informieren sie sich daher bei ihrer zuständigen Unteren Jagdbehörde.

Hinweise zu Fütterungen in Notzeiten
Die Fütterung in Notzeiten wird grundsätzlich durch den §34 im Landesjagdgesetz geregelt und durch die Anordnung in den entsprechenden Landkreisen konkretisiert. Eine Verbesserung durch das Äsungsangebot kann herbeigeführt werden, durch die Freilegung von zugeschneiten Wildäsungsflächen und der natürlichen Bodenbedeckung. Suchen sie daher Kontakt zu ihrem ansässigen Landwirt. Durch die technische Hilfe können so unter Umständen Zuwegungen und Äsungsflächen freigeschoben werden. Bedenken Sie, dass die freien Pfade gerne auch von Erholungssuchenden genutzt werden – achten sie daher auf ausreichende Ruhezonen für das Wild im Revier und legen sie die Futterplätze abseits der frequentierten Wege an.

Futtermittelauswahl

Gefüttert werden darf Heu und Grassilage sowie heimische Baumfrüchte und Hackfrüchte. Eicheln, Kastanien und Nüsse sowie Rüben, Kartoffeln und Möhren werden daher gern für die Kirrung und Fütterung genutzt. Die Verwendung von Kraftfuttermitteln, wie Hafer, Gerste und Mais sollte zur Wiederkäuerfütterung sehr sparsam erfolgen, da der Stoffwechsel der Herbivoren an die karge Jahreszeit angepasst ist. Zu strukturarme Fütterung kann bei den Wiederkäuern zu Übersäuerungen des Pansens, einer sogenannten Pansenazidose führen, weshalb vorwiegend Raufutter zur Wildtierfütterung verwendet wird.

Fütterungsplätze

Für Fütterungen bieten sich sonnenexponierte und windgeschützte Standorten in Nähe von Einständen an. Die Futterplätze sollten möglichst immer  erreichbar sein um eine regelmäßige Fütterung gewährleisten zu können. Zur Vermeidung von Verbiss- und Schälschäden sollten Fütterungen grundsätzlich nicht in der Nähe verbissgefährdeter Aufforstungen oder Verjüngungsflächen angelegt werden. Bei der Standortauswahl muss insbesondere auf die notwendige Ruhe für Wildtiere geachtet werden. Ein großer Abstand zu frequentierten Wegen, Straßen und Loipen ist daher geboten. Bei erhöhter Wildkonzentration wächst die Gefahr von Krankheitsübertragungen. Futterplätzen sollte daher gelegentlich von Losung und  Futtermittelresten gesäubert werden. Ein Standortwechsel der Futterplätze wird hingegen nicht angeraten, da Wildtiere einige Zeit brauchen bis sie die angebotene Äsungen finden und annehmen.

Bei der Anlage von Rebhuhn- und Fasanenschütten sollte insbesondere auf einen entsprechenden Schutz vor Raubsäugern und Greifvögeln geachtet werden. Dickungen, Stangengehölz und Hecken werden oft von Fressfeinden aufgesucht. Eine Fütterung im offenem Gelände unweit von Deckungen, wie Sträuchern oder Gehölzen bietet sich an. Bäume die als Ansitzwarte für Greifvögel genutzt werden sollten mindestens 250 Meter entfernt sein.

Kirrungen
Im Rahmen von Kirrungen sind Baumfrüchte, Mais und Getreide zulässig und insbesondere zur Niederwildhege ein probates Mittel. Bei der Handausbringung von Kirrmittel gilt eine drei Kilogramm-Begrenzung, bei Verwendung eines Futterautomaten ein Fassungsvermögen von maximal fünf Kilogramm. Futtermittel die gefroren oder verdorben sind, werden vom Wild im Allgemeinen nicht angenommen.

Quelle: Heintges (2016): Handbuch für die Niederwildhege