Letzte Beiträge

Untersuchung zum Einfluss invasiver Arten

Foto: Seifert/DJV

An der Goethe-Universität Frankfurt wird zurzeit an dem bundesweiten Großprojekt ‚Zoonotische und Wildtierökologische Auswirkungen invasiver Carnivoren‘ (ZOWIAC) geforscht.Das Projekt wird gefördert durch die Bundesstiftung Umwelt und begleitet durch den Landesjagdverband Hessen. Auch weitere Landesjagdverbände unterstützen das Projekt.

Norbert Peter, einer der Leiter des Projektes, hat im DJV-Interview das Projekt ZOWIAC erläutert. Neben dem Raum-Zeit-Verhalten und der räumlichen Ausbreitung werde auch das Gesundheitsrisiko für den Menschen sowie für Nutz- und Haustiere auf Grundlage aktueller und fundierter bundesweiter Daten ermittelt. Neben Krankheiten wie Tollwut und Staupe werde auch der Waschbärspulwurm betrachtet. Dabei sei beim Waschbären im bisherigen Projektzeitraum eine Befallshäufigkeit von über 90 % erfasst worden. Das Ergebnis liege damit deutlich über dem aktuellen Literaturwert.

Auch die Auswirkungen auf die heimische Artenvielfalt werden untersucht. Dabei seien bereits neue Erkenntnisse zum Einfluss des Waschbären auf Amphibienarten wie die Erdkröte gesammelt worden. Lokal, vor allem in Regionen mit wenigen isolierten Laichgewässern, könne die Prädation sogar als bestandsbedrohend eingestuft werden. Eine Veröffentlichung dazu sei in Kürze geplant. Durch neuartige DNA-Analysen sei zudem die Prädation auf die stark gefährdete Gelbbauchunke nachgewiesen worden.

Die Mithilfe der Jäger sei gefragt

Für weitere Untersuchungen werden Blutproben von den Arten Waschbär und Marderhund benötigt, sowie tiefgefrorene Exemplare von Marderhund und Mink. Ab etwa zwölf Exemplaren werden diese auch abgeholt.

Weiterhin seien Hinweise auf negative Auswirkungen durch invasive auf sensible heimische Arten willkommen, um je nach Machbarkeit gegebenenfalls vor Ort weitere angepasste Projekte umzusetzen. Für den Nachweis eines Einflusses der invasiven Neozoen auf die heimische Diversität seien Daten aus einer möglichst hohen Anzahl an Gebieten wichtig.

Ab Januar 2022 seien unter www.ZOWIAC.eu weitere Informationen zu dem Projekt einsehbar. Zusätzlich könne die ZOWIAC-App im Play-Store heruntergeladen werden, um direkt Sichtungen der Fokusarten zu melden.

Das ganze Interview mit Norbert Peter ist auf der Seite des DJV unter https://www.jagdverband.de/waschbaer-hat-gravierenden-einfluss-auf-amphibien nachzulesen.

Quelle: DJV

Titelbild: Rolfes/DJV