
Im Frühjahr 2025 konnten von den Jägerinnen und Jägern in den Referenzrevieren in Sachsen-Anhalt 8 Hasen pro Quadratkilometer gezählt werden. Der Wert ist somit im Vergleich zum Vorjahr erneut leicht gestiegen.
Im Schnitt in etwa 30 Referenzgebieten werden im Frühjahr und im Herbst im Zuge des Bundesprojektes Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) mit der sogenannten Scheinwerfertaxation in Sachsen-Anhalt Feldhasen gezählt. Die Entwicklung der Besätze fällt in den Gebieten unterschiedlich aus. Der Unterschied in den nördlichen und südlichen Gebieten bleibt weiterhin bestehen. Im nördlichen Harzvorland wurden überdurchschnittlich hohe Besätze erfasst.
Aus der Differenz der Frühjahrs- und Herbstdichte ergibt sich die Nettozuwachsrate. Dieser Wert gibt einen Aufschluss über die Entwicklung der Population in einem Gebiet über das Jahr. 2025 lag die Nettozuwachsrate für Sachsen-Anhalt bei + 4,0 %. Ein positiver Wert weist auf eine Zunahme des Bestandes vom Frühling zum Herbst hin. Die positive Entwicklung ist höchstwahrscheinlich weiterhin auf die wärmeren Witterungsbedingungen zurückzuführen, von denen der Feldhase als ursprüngliches Steppentier profitiert. Der verhältnismäßig milde und trockene Winter führte vermutlich zu einer reduzierte Sterblichkeit der Junghasen aus dem Vorjahr.
Sachsen-Anhalt hinkt allerdings weiter dem Bundesdurchschnitt hinterher. Bundesweit konnte 2025 erneut der Rekordwert vom letzten Jahr gehalten werden. Im Schnitt leben auch in diesem Jahr 19 Feldhasen pro Quadratkilometer auf der Fläche.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Zählerinnen und Zählern, die Jahr für Jahr die Mühen auf sich nehmen, zur wissenschaftlichen Auswertung der Entwicklung unserer Wildtierpopulationen beizutragen. Nach wie vor sind die Jägerinnen und Jäger die einzigen Naturschützerinnen und Naturschützer in Sachsen-Anhalt, die ein derart umfassendes System zur Erfassung verschiedener Tierarten und deren populationsökologischer Dynamik umsetzen.
LJV/DJV
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