Aktuelles

Matthias Lange, Vorsitzender des Hegeringes Harzgerode, hat sich im November wieder die Kinder der Königeröder Nachwuchsfeuerwehr „geschnappt“ und sich mit ihnen auf Spurensuche in Wald und Flur begeben.

Die 18 Nachwuchsretter erfuhren nicht nur etwas über das Köhlerwesen in der Region, sondern lernten auch Baumarten kennen und bestimmen. Und wie es sich für Feuerwehrkinder gehört, gab es im Umgang mit dem feuchten Element keine Zurückhaltung. Auf dem Ausflug wurde laut Matthias Lange keine Pfütze ausgelassen und jeder „Tümpel“ auf Beschaffenheit und Tiefe überprüft.

„Es war großartig, erleben zu dürfen, wie sich die Kinder in der Natur pudelwohl fühlen“, so der Hegeringsleiter. Wieder im Trockenen angekommen, gab es noch ein wenig Kinoambiente. Matthias Lange zeigte den Kindern Videos, die er in über die Jahre mit Wildkameras aufgenommen hatte. Wildschwein, Waschbär und Co. kamen so gut an, dass der Hegeringsleiter jetzt ein „Best off“ zusammenstellt und die Kinder im Winter zu einer weiteren Kinovorstellung einladen möchte.

Im Oktober fand in Alten Sägewerk in Allrode der 5. Jägerstammtisch statt, bei dem der ehemalige Forstamtsleiter Peter Kaschner zum Thema „Waldumbau mit Wild?“ referierte. Peter Kaschner stellte von Beginn an klar: Ein Blick in die Geschichte der Forstwirtschaft verdeutlicht, dass unsere Vorfahren bei der Waldbewirtschaftung nicht so viel falsch gemacht haben und egal, wie viel Anstrengungen unternommen werden, es letztendlich entscheidend ist, wie die Menschheit ihr Verhältnis zur Sicherung von Nahrungs- und Energiequellen einschätzt und deutet. Also der Mensch das Gleichgewicht von Wald und Wild für seine Bedürfnisse anpasst.

Peter Kaschner verdeutlichte an Beispielen aus den einzelnen Jahrhunderten die Zusammenhänge, wie mehr oder weniger erfolgreich veränderte Abschlusspläne wirkten oder wie Wildbestände sich in den einzelnen Waldumbauphasen entwickelten. Die Besucher des Allröder Stammtisches waren sich einig: Ein lebendiger und inhaltsreicher Vortrag.              

Auf Grund dieser sich nicht verbessernden ASPSituation in Deutschland hat das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern eine ASPÜbung zur Demonstration und Schulung für einen eventuellen ASPAusbruch im Schwarzwildbestand im Landkreis Harz durchgeführt. Auf dem Übungsgelände „Hage-
dornwiese“ zwischen Friedrichsbrunn und Thale waren auch die Teilnehmer des Jungjägerkurses unterwegs.

Ziel der Übung war es, Probleme aufzudecken und Lösungsansätze zu erarbeiten. Für diese Veranstaltung wurden der Zaunaufbau, die Kadaversuche (manuell und mit Drohnen), der 
Ablauf einer Bergung von Schwarzwildkadavern geübt bzw. präsentiert, der Aufbau einer provisorischen Kadaversammelstelle sowie die Reinigung und Desinfektion für alle an dieser Aufgabe beteiligten Fachbereiche veranschaulicht.
erfolgen.

Von der Landesgruppe Sachsen-Anhalt des Weimaraner Clubs wurde in Friedrichsbrunn eine Verbandsschweißprüfung organisiert und durchgeführt. Alle sechs Hundeführer hatten ihre Hunde gut vorbereitet und haben die Aufgabe – eine 1000-Meter-Fährte über Nacht, 40-Stunden-Fährte  – erfolgreich gearbeitet.  Am Ende gab es einen 1. Preis, drei 2. Preise und zwei 3. Preise.

Fotos: Felix Schneidewind

Der Hegering Ballenstedt hat sich auch in diesem Jahr wieder aktiv an dem World-Cleanup-Day der Stadt Ballenstedt beteiligt. Nach der obligatorischen Müllsammelaktion wurde in diesem Jahr auch ein Bildungsangebot den Jugendlichen und Kinder unterbreitet. Mit Hilfe des Landesjagdverbandes Sachsen-Anhalt konnte das Umweltmobil organisiert und in Ballenstedt genutzt werden. Mit spannenden Experimenten für Groß und Klein wurde demonstriert, welche Auswirkungen die Umweltverschmutzung auf die heimischen Tierarten hat. Daher gilt jedem Weidgenossen ein großer Dank, der an diesem Projekt beteiligt war.

Text: Alexander Schröder, Fotos: Helmut Kleinhempel

Hinter der Jägerschaft Quedlinburg liegt coronabedingt eine schwierige Phase. Die Arbeit in den Hegeringen kam so gut wie zum Erliegen, es waren keine Veranstaltungen – Jägerball usw. – möglich und auch der Vorstand war in seiner Arbeit eingeschränkt. Trotzdem, so der stellvertretende Jägerschaftsvorsitzende Dr. Rainer Miethig in seinem Rechenschaftsbericht, gab es erfreuliche Nachrichten. So wurde die Ausstellung im Schloss Ballenstedt erweitert, hat sich der Hegering Harzgerode erfolgreich an der Initiative „Lernort Natur“ des Deutschen Jagdverbandes beteiligt und konnte mit einjähriger Verschiebung der Jungjägerlehrgang gestartet werden. Rainer Miethig ging auf die Ergebnisse der erweiterten Vorstandssitzung des Landesjagdverbandes ein und skizzierte die wichtigsten Themen:  Entwicklung Kosten Mitteilungsblatt, ASP, Änderungen Landesjagdgesetz, Projekt Fellwechsel, Satzungsüberarbeitung, Änderung Ausbildungsrichtlinie Jungjäger. Gelobt wurde der Landesforstbetrieb Ostharz für sein Engagement bei der Raubwildbejagung, hier speziell die Prämienausschüttung für die Erlegung von Waschbären. Rainer Miethig kündigte an, dass der Landkreis jetzt die ersten Auszahlungen zur „Pürzelprämie“ vornimmt und dass Anträge für den ersten Beantragungszeitraum jetzt schnellstmöglich nachgereicht werden müssten.

Für seine 50-jährige Mitgliedschaft in der Jägerschaft wurde Dr. Horst Burzlaff geehrt, während unser Vorsitzender Jens Schneidewind angekündigte, dass er im nächsten Jahr nicht mehr für den Vorsitz kandidieren wird.

Kreisjägermeister Dr. Holger Piegert nahm die Hegeschau für den Landkreis vor und widmete sich ausführlich der Thematik „Stadtjäger“ nachdem es in Thale zu Irritationen gekommen war. Gleichzeitig erläuterte Holger Piegert die Gründung des „Krisenstab Wald“ und die Anpassung der Hegerichtlinien in Bezug auf das Rotwild. Schatzmeister Uwe Heinrich erläuterte die aktuelle Situation in Bezug auf die Ein- und Ausgaben und wurde von der Kassenrevision entlastet. Dem Schatzmeister wurde eine sorgfältige, übersichtliche und nachvollziehbare Arbeit bescheinigt.

Dr. med. vet. Hagen Vorwallner wollte mit seinem Vortrag zum Stand und zum Umgang mit der ASP Schwerpunkte setzen und verfolgte das Ziel, die Jäger ein Stück wachzurütteln und Verständnis für die Arbeit in den Behörden zu erwecken. Danke für den kurzweiligen und sehr informativen Vortrag. Rainer Miethig wertete abschließend die Daten zum Wildmonitoring und zu den Wildtierkrankheiten aus. Angekündigt wurde, dass am 6. November die Hubertusmesse im Schloss Ballenstedt stattfinden soll.

Die im Nordflügel des Ballenstedter Schlosses beheimate Ausstellung „Der Anhaltinische Wald   im Wandel der Zeit“ wird Ende August um zwei weitere Angebote erweitert. Mit 16 Schautafeln, zwei Dioramen und Wandbildern sowie zahlreichen Wildtierpräparaten werden die Themen „Invasive Wildtiere“ und „Niederwild“ aufgearbeitet und erklärt. Für Detlef Heydecke vom Verein „Schloss und Schlosspark Ballenstedt“ geht damit der Abschluss eines Kraftaktes einher, der im Jahr 2000 seinen Ursprung hat. Damals hatte der Verein damit begonnen, den Nordflügel des Schlosses Stück für Stück erfolgreich zu sanieren. Vor zwei Jahren sollte der letzte Kraftakt bewältigt werden: Die Sanierung der letzten zwei Zimmer, in den von den Decken bis hin zu den Fußböden eigentlich alles zu reparieren war. „Wir wären sicherlich bereits früher mit dem Projekt fertig geworden, wenn uns nicht die Corona-Krise einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte“, ist Detlef Heydecke überzeugt.

Nach Abschluss der Arbeiten stand der Verein vor der Frage: Was machen wir mit den sanierten Räumen? Die Antwort lag im Prinzip auf der Hand. Nachdem der Verein beim Aufbau der Ausstellung „Der Anhaltinische Wald“ in der Zusammenarbeit mit dem Landesjagdverband und der Jägerschaft Quedlinburg gute Erfahrungen gemacht hatte und die zwei Räume auf der gleichen Etage wie die Ausstellung liegen, lag es nahe, hier die Lösung zu suchen.

„Ohne Zutun der Jägerschaft wäre es nicht möglich gewesen, die Räume so schnell einer Nutzung zuzuführen.  Hier haben wir Menschen gefunden, die sich verantwortlich gefühlt haben“, lobt Heydecke das unkomplizierte Zusammenwirken. Die Jägerschaft Quedlinburg vertraute beim Aufbau der Ausstellungserweiterung ebenfalls auf „alte“ Weggefährten. So kümmerte sich Präparator Töns Köbe aus Breitungen um die Ausstellungsstücke und die Dioramen und Wolfgang Fischer vom Graphic-Design-Atelier aus Quedlinburg um die Schautafeln.  „Wir haben uns intensiv damit beschäftigt, welche Themen wir in den beiden Räumen präsentieren wollen“, erklären Kreisjägermeister Holger Piegert und Karl-Friedrich Kaufmann von der Jägerschaft Quedlinburg, die auch schon für den Aufbau der Ausstellung verantwortlich zeichneten. Dass die Wahl dabei auf das Niederwild fiel, hat seine Gründe.  Ob Rebhuhn, Feldhase oder Fasan – viele Tierarten gehen in ihren Beständen seit Jahren kontinuierlich zurück. Dies liegt nicht zum unerheblichen Teil an der großflächigen Landwirtschaft, die die Lebensräume der Tiere nicht unerheblich einschränkt.

„Wir möchten auf diese Problematik aufmerksam machen und die Besucher dafür sensibilisieren “, so Holger Piegert. Und auch die Neozoenen – Tiere, die sich hier angesiedelt haben, obwohl sie hier nicht Zuhause sind – nehmen in der Wahrnehmung der Gesellschaft eine immer größere werdende Bedeutung ein. Sie gelten als einer der größten Bedrohungen für die heimische Artenvielfalt. „Auch diese Komplexität des Themas war uns wichtig und wert, berücksichtigt zu werden“, meint Karl-Friedrich Kaufmann. Die Finanzierung wird über die Jagdabgabe (siehe „Von Forschung bis Weiterbildung“) realisiert. Entscheidungsträger über den Einsatz der Mittel ist dabei der Landesjagdverband, dessen Geschäftsführer Wolf Last sich die Ballenstedter Ausstellung bereits angesehen hat. „Es ist einfach eine sehr schöne Möglichkeit, auch einem jungen Publikum anschaulich zu vermitteln, was sonst in der freien Natur nicht zu sehen ist. Und wir haben die Möglichkeit, die Jagd mit all ihren Facetten darzustellen“, zeigt sich Wolf Last angetan.

Aber allein dabei soll es nicht bleiben: So steht der Landesjagdverband (LJV) der Idee, Ballenstedt zum „Grünen Zentrum“ zu entwickeln, sehr positiv gegenüber. Was bedeutet, dass sich das Haus für Schulungen oder Weiterbildungen anbietet. Der Verein „Schloss und Schlosspark“ hat dafür schon den ersten Schritt getan und möchte nach der Premiere unbedingt die Zusammenarbeit mit der LJV-Waldpädagogin ausbauen. „Das hat richtig Potenzial“, legt sich Detlef Heydecke fest.

Für und Jäger und die Landwirte gibt es in den nächsten Wochen viel zu tun. Die erste Mahd von Wiesen steht an und damit rückt das Thema „Kitzrettung“ wieder in den Fokus. Der Meisdorfer Leo Voigt möchte helfen und bietet seine Dienste per Wärmebild-Drohnenortung an.

Kontakt zu Leo Voigt kann per E-Mail unter mimamema@gmx.de hergestellt werden.

Unser stellvertretender Vorsitzender Dr. Rainer Miethig ist als Vertreter des Landesjagdverbandes zum ordentlichen Mitglied des Tierschutzbeirates des Landes mit einer Amtszeit bis zum 31. Dezember 2025 berufen worden. Herzlichen Glückwunsch!

In einem Gespräch hat die Landkreisverwaltung deutlich gemacht, dass aufgrund der derzeitigen Haushaltslage keine Möglichkeit zur finanziellen Bezuschussung der Trichinellen-Untersuchungsgebühr („Prämie“ für erlegtes Schwarzwild) für Jagdausübungsberechtigte im Landkreis Harz gesehen wird. Um 20 Euro je Stück Schwarzwild zu gewähren, müssten 100.000 Euro (für ca. 5.000 Stück Schwarzwild) an Haushaltsmittel für 2021 aufgebracht werden, was derzeitig nicht realisierbar ist. Es besteht lediglich die Möglichkeit, über politische Gremien einen Kreistagsbeschluss zu beantragen. Ob dies angedacht ist, ist derzeit nicht bekannt. In einer Beratung der Leiter der Veterinärämter des Landes mit den Beigeordneten des Landkreistages Sachsen-Anhalt wurde mitgeteilt, dass nach wie vor an einer landeseinheitlichen Regelung gearbeitet wird. Im Gespräch ist, die angekündigte Pürzelprämie in Höhe von 50 Euro eventuell um 15 Euro zu erhöhen.

Foto: DJV