Der Landkreis Harz will bei einem möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) Drohnen mit Wärmebildkameras einsetzen. Hintergrund: Ein Schwerpunkt bei der Bekämpfung der Tierseuche bildet die Suche nach Wild, das ohne Zutun eines Jägers gestorben ist, im Kerngebiet mit einem Radius von vier Kilometern. Für die Suche auf so einer Fläche bedarf es eines enormen Personaleinsatzes, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. „Mit den Drohnen lassen sich große Wald- und bewachsene Ackerflächen schnell überfliegen“, erklärte Manuel Slawig, Sprecher der Kreisverwaltung. In den von ASP betroffenen Gebieten in Brandenburg und Sachsen werde der Einsatz solcher Drohnen bereits erfolgreich praktiziert, sagt er. Gemeinsam mit dem Fachdienst ABC und der Landkreis-Drohnengruppe, der bei der Freiwilligen Feuerwehr Blankenburg stationiert ist, wurde ein solcher Einsatz nun erprobt. Dazu wurden vorab Attrappen – mit warmem Wasser gefüllte Flaschen – unweit der Anschlussstelle Quedlinburg-Zentrum der Autobahn 36 abgelegt. Mit zwei Drohnen machten sich die Kameraden der Feuerwehr auf die Suche und hatten am Ende Erfolg. Sie fanden die Attrappen und gaben die Koordinaten an die fiktiven Bergeteams weiter.
Von einem „erfolgreichen Testlauf“ sprachen dann im Anschluss auch Amtstierarzt Rainer Miethig und Fachdienstführer Alexander Beck. „Für einen ersten Test war das schon ganz gut. Mit etwas mehr Übung und Erfahrungen lassen sich gute Ergebnisse erzielen“, so Alexander Beck, der auch Ortswehrleiter in Blankenburg ist. „Der Einsatz von Drohnen erleichtert uns die Suche nach infizierten Wildschweinen sehr, speziell im unwegsamen Gelände. Im Nachgang des Tests wird es jetzt darauf ankommen, wie die Suche im Ernstfall strukturiert und mit Personal sowie Material untersetzt werden kann“, erklärte Dr. Rainer Miethig in der Pressemitteilung. „Erklärtes Ziel ist es, im Falle eines Nachweises von ASP vorhandene Strukturen, Personal und Material zielgerichtet und effizient koordinieren und nutzen zu können“, so Slawig. Dazu wurde vom Veterinäramt des Landkreises ein lokales Krisenzentrum eingerichtet.

Foto: Jürgen Hellweg/DJV