Ballenstedter Ruf

Ballenstedter Ruf zur Erhaltung des Muffelwildes

 

Die Jägerschaften des Harz- und Vorharzgebietes haben sich mit dem „Ballenstedter Ruf“ am 16. Januar an Politik und Gesellschaft gewandt, um ihrer Sorge Ausdruck zu verleihen, dass es um die Zukunft des Muffelwildes im Land nicht gut bestellt ist. Gegenwärtig wird davon ausgegangen, dass das Muffelwild bis zum Jahr 2030 ausgestorben sein wird. Der Rückgang der Muffelpopulation ist im engen Zusammenhang mit dem Wolfsvorkommen im Land und im Harz darüber hinaus auch mit dem Luchs zu sehen. Durch den Wolf wurden einzelne lokale Muffelwildvorkommen insbesondere in der Altmark zum Erlöschen gebracht. Das Muffelwild ist mit der Region um den Harz kulturell eng verknüpft und stellt ein identitätsstiftendes Element der Region dar. Nach dem Aussterben der Wildschafe in der Region nach der letzten Eiszeit, stellte die Wiederansiedlung einer Wildschafart eine erfolgreiche kulturelle Leistung im frühen 20. Jahrhundert dar. Das Muffelwild fügte sich knapp 100 Jahre lang in die Kulturlandschaft Sachsen-Anhalts konfliktfrei ein und bewahrte in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet einen Genpool mit herausragender Bedeutung für die weltweite Population.

Die Jägerschaften beschließen daher eine Bejagung des Muffelwildes auf ein Minimum zu reduzieren. Dies beinhaltet die vollständige Schonung von weiblichen Lämmern und Schafen. Männliche Lämmer sollen bei guter Konstitution geschont werden und die Entnahme auf schwaches oder krankes Wild reduziert werden. Eine Bejagung der Widder erfolgt ausschließlich zur Aufrechterhaltung eines biologisch anzustrebenden Geschlechterverhältnisses. Beantragt werden soll eine Entnahmegenehmigung für die im Harzbereich befindlichen Wölfe. Die Jägerschaften erheben dazu Forderungen an die Politik – u. a. von der ausdrücklichen Anerkennung des Muffelwildes als Teil der heimischen Fauna und Flora, über die Deklarierung des Harzes als wolfsfreie Zone bis hin zur Gründung einer Muffelwildkompetenzgruppe durch das zuständige Ministerium des Landes.

Ausführliche Informationen zum „Ballenstedter Ruf“ demnächst auf der Homepage des Landesjagdverbandes Sachsen-Anhalt.

 

 

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