Sie ist ein Schmuckstück – die Heimatstube in Königerode. Ein Refugium für die Geschichte, die Erzählungen und die wichtigen Erinnerungen rund um und in der Vorharzgemeinde. Und sie wird von Menschen gestaltet, denen es wichtig ist, dass nicht zu viele dieser wertvollen Begebenheiten in Vergessenheit geraten. Ein Teil der Heimatstube erschließt sich dem Besucher schnell. Wände und Tische sind bestückt mit jagdlichen Requisiten, Fotos und Trophäen. Sogar das Modell eines Hochsitzes kann bestaunt werden. Dafür verantwortlich, dass sich alles in einem stimmigen Gesamtbild vereint, sind die Jäger Klaus Rosteck (mi.) und Nikolaus Bucher (re.), beide Jahrgang 1946, sowie Matthias Lange (li.), der Harzgeröder Hegeringleiter der Jägerschaft Quedlinburg. Die Männer begannen bereits vor vielen Jahrzehnten, Jagd- und Forstgeschichte in und aus der Region zu sammeln, diese Dokumente dann in der Heimatstube auszustellen und immer wieder zu aktualisieren.
Nikolaus Bucher wurde 1970 Revierförster und Jagdleiter in Harzgerode. Er war bis 2011 unter anderem für den Waldbau und Umbau in seinem Revier zuständig. 1998 verhalf er dem waldpädagogischen Zentrum zum Leben, welches er bis 2007 leitete. Vordergründig war für Bucher immer, die Menschen und insbesondere Kinder für die Natur und den Wald zu begeistern. Auch deshalb war es ihm wichtig, stets Kontakt zu den Schulen in der Region zu halten. Immer wieder unterbreitete er den Lehreinrichtungen neue Angebote, wie zum Beispiel mit dem „Grünen Klassenzimmer“, einem Waldlehrpfad oder sogar einem Wissens-Labyrinth. Gemeinsam mit Klaus Rosteck organisierte er zudem Wanderungen, viele Feste und Führungen.
Klaus Rosteck, der vor 60 Jahren seine Jagdprüfung absolvierte, und sich von Beginn an in der Jagdgesellschaft Harzgerode einbrachte, wirkte seit 1974 in der Arbeitsgruppe „Chronik“ mit. Bereits 1976 wurde er nach fünfjähriger Stellvertretung Jagdleiter in Königerode. Gemeinsam mit Bucher organisierte Rosteck neben den Wanderungen und Volksfesten, auch Baumpflanz- und Müllsammelaktionen. Mit den Einnahmen konnte damals auch eine Jagdhütte errichtet werden. Dieses Engagement hinterließ Spuren und führte dazu, dass es unter den Einheimischen viele helfende Hände gab. Und es stärkte das Ansehen der Jäger in den Ortschaften, animierte weiterhin etliche junge Menschen, selbst das Weidwerk zu erlernen.
Doch die Zeit brachte es mit sich, dass nicht alles im Einklang blieb. Denn nach der politischen folgte bald die jagdliche Wende. Alles und Jeder musste sich neu sortieren. So stand fest, dass nach Ablauf alter Pachtverträge drei Jagdbezirke zusammengefasst werden und künftig als Pächtergemeinschaft Königerode fungieren. Rosteck war auch hier federführend dabei und ist bis heute Obmann der Pächtergemeinschaft. Wieder planten sie gemeinsam Ausflüge, Feste, Wanderungen und Ausstellungen, sogar Jägerbälle wurden angeboten. Nicht ohne Stolz blicken die beiden altgedienten Jäger in die Vergangenheit zurück. „Um solch eine Aufgabe zu meistern, muss man auf ein Stück Privatleben verzichten, eine große Portion Enthusiasmus haben und es benötigt Ausdauer und Durchhaltekraft, um alles am Laufen zu halten“, sind sich Klaus Rosteck und Nikolaus Bucher einig. Sie und alle Jäger der Region wünschen sich, dass Besucher der Heimatstube Spaß an dieser Ausstellung haben und sehr viel Wissenswertes oder die eine oder andere neue Erkenntnis mit sich nehmen.
