Jahreshauptversammlung 2020

Die diesjährige Jahreshauptversammlung musste aufgrund der Corona-Krise vom Frühjahr in den September verschoben werden. „Das Jahr war chaotisch und geprägt von Ereignissen, die man nicht haben möchte“, lautete deshalb auch die Bilanz von Jens Schneidewind, dem Vorsitzenden der Jägerschaft. Die Aufgaben für die Jägerschaft sind deshalb aber nicht kleiner geworden. So muss weiterhin der Schwarzwildbestand gesenkt werden, weshalb die Jägerschaft bei einem Treffen mit dem Landrat noch einmal deutlich gemacht hat, dass eine Aussetzung der Trichinenuntersuchungsgebühr notwendig ist. Der Landrat versprach, sich für eine landesweite Lösung einzusetzen. Jens Schneidewind ging in seinem Rechenschaftsbericht auf die Änderungen im Landesjagdgesetz und im Bundesnaturschutzgesetz ein und bedankte sich bei allen, die für die Jägerschaft ehrenamtlich keine Zeit und Mühen scheuen. So bei den Raubwildjägern und dem Leiter der „Fellwechsel“-Sammelstelle. Angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten bei „Fellwechsel“ wird darum gebeten, auf die Vergütungen für eingeschickte Tierkörper zu verzichten.

Dank gab es auch für Uwe Heinrich und Uwe Lilienthal, die die Umstellung des Vereinsregisters und der Beitragskassierung souverän gemeistert haben sowie für alle Hegeringleiter und Obleute für ihren Einsatz. Gleiches gilt für die Schießmannschaft und die Harzer Jagdhundefreunde. Diese haben derzeit 30 Mitstreiter, wieder viele Jagdhundehalter unterstützt und auf die Prüfungen vorbereitet. Als enttäuschend wird dagegen die Resonanz auf die Hubertusmesse in Ballenstedt eingeschätzt und das trotz einer perfekten Organisation. Vor einer großen Herausforderung stehen die Ausbilder und Prüfer für den im Oktober beginnenden Jungjägerkurs, für den es derzeit 20 Interessenten gibt. So muss noch eine geeignete Ausbildungsstätte gefunden werden, in der das erforderliche Hygienekonzept wirksam umgesetzt werden kann.

Als nicht befriedigend stuft Jens Schneidewind das sich derzeit rasant drehende Personalkarussell in der Unteren Jagdbehörde ein. „Wir hoffen, dass in absehbarer Zeit alles zu normalen Verhältnissen zurückkehrt“, so der Vorsitzende. „Insgesamt ist die Jägerschaft Quedlinburg auf einem guten Weg. Wir sind eine Gemeinschaft, die entgegen dem allgemeinen Trend schwimmt und sich stabil entwickelt“, so Jens Schneidewind. Weniger guten Nachrichten hatte Kreisjägermeister Dr. Holger Piegert.  So lautet das Ergebnis einer Zusammenkunft des Präsidiums des Landesjagdverbandes, der Vorsitzenden der Harzjägerschaften und der Kreisjägermeister zur Luchs-Muffel-Problematik, dass politisch nicht viel erreicht werden könne. In einem noch zu organisierenden Treffen mit Vertretern aller Landnutzerverbände, soll es darum gehen, künftig „mit einer Stimme“ zu sprechen – der Ausgang ist offen. Weiterhin gibt es eine Studie zu den Muffelwildbeständen in Deutschland, aus dem ein Positionspapier für Sachsen-Anhalt entsteht. Liegt dieses vor, wird es allen Mitgliedern zur Verfügung gestellt. Traditionell wertete Holger Piegert auch die Streckenlisten des abgelaufenen Jagdjahres aus. Dr. Rainer Miethig, Vorstandsmitglied und Amtsleiter der Veterinäramtes, informierte darüber, dass dem Landkreis die Trichinenuntersuchung im Jahr rund 40000 Euro kostet. Geld, welches der Landkreis bei einer Aussetzung der Gebühr anderweitig abdecken müsste und dies angesichts der Haushaltslage nicht kann.

Dagegen können jetzt die Untersuchungsergebnisse und der Wildursprungsschein per E-Mail angefordert werden. Ein entsprechendes Informationsblatt kann beim Veterinäramt angefordert werden. Rainer Miethig verwies noch einmal daraufhin, dass im Falle eines ASP-Ausbruches in der Region, das Amt auf Hilfe und Unterstützung angewiesen ist, die auch aus den Reihen der Jägerschaft kommen kann. Ein durchweg positives Ergebnis konnten die Kassenrevisoren Clemens Westermann und Patrick Plättner verkünden. Die Finanzen der Jägerschaft sind bis ins Detail geordnet sowie nachweisbar alle Ein- und Ausgaben abgerechnet. Der Vorstand und die Kassenrevisoren wurden auf der Jahreshauptversammlung von den Mitgliedern einstimmig entlastet. Für ihren Einsatz für die Jägerschaft wurden in diesem Jahr geehrt und ausgezeichnet: Michael Rückriem, Wolfgang Bollmann, Matthias Büttner, Detlef Schilling und Marco Jestram.

Eine Antwort hinterlassen